Sebastian Fitzek attackiert KI-Industrie: Deepfake-Skandal zeigt systematische Schwachstellen
Fitzek attackiert KI-Industrie nach Deepfake-Skandal

Bestseller-Autor Sebastian Fitzek greift KI-Industrie nach Deepfake-Skandal frontal an

Mit fast 150.000 Likes auf Instagram und einer klaren Botschaft hat sich der erfolgreiche Krimi-Autor Sebastian Fitzek in die aktuelle Debatte um Deepfake-Missbrauch eingeschaltet. Der Autor, dessen Bücher über 20 Millionen Mal verkauft wurden, richtet seinen Fokus dabei auf eine Branche, die bisher selten im Zentrum der Kritik stand: die Tech-Unternehmen hinter den Deepfake-Technologien.

Systematischer Missbrauch und wirtschaftliche Interessen

Im Gespräch mit BILD macht Fitzek deutlich: „Fakt ist: Collien Fernandes wurde, wie viel zu viele andere Opfer, nicht von einem, sondern von unzähligen Männern digital vergewaltigt.“ Doch der Autor bleibt nicht bei der Empörung über die direkten Täter stehen. Stattdessen nimmt er gezielt die Infrastruktur des Missbrauchs ins Visier.

Fitzek kritisiert die Unternehmen, die KI-Systeme programmieren, mit denen sich pornografische Deepfakes erstellen lassen, sowie die Plattformen, auf denen diese Inhalte hochgeladen und angeschaut werden können, ohne ausreichende Überprüfungsmechanismen. Für ihn ist klar: Diese Angebote entstehen nicht zufällig. KI-Tools werden gezielt entwickelt, vermarktet und oft gegen Bezahlung angeboten.

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„Die Firmen, die die KI programmieren, mit denen sich pornografische Deepfakes erstellen lassen; die Portale, auf denen man sie hochladen und anschauen kann, ohne dass es eine ausreichende Form der Überprüfung gibt“, zählt Fitzek auf. Plattformen verdienen an Werbung, Suchmaschinen sorgen für Reichweite – es entsteht laut dem Autor ein ganzes Geschäftsmodell, das Missbrauch ermöglicht.

Forderung nach Verantwortungsübernahme der Tech-Branche

Fitzek betont, dass KI, die Deepfakes ermöglicht, nicht „aus Spaß und erfreut von irgendwelchen Internet-Nerds programmiert“ werde. Dahinter stünden große wirtschaftliche Interessen. Wenn diese Industrie Milliarden verdienen wolle, müsse sie auch Milliarden-Verantwortung tragen.

Der Maßstab des Bestseller-Autors ist dabei eindeutig: „Plattformen, die keine Schutzmechanismen einbauen, sollten so lange stillgelegt werden, bis sie es tun.“ Fitzek lehnt es ab, das Problem allein auf einzelne Nutzer zu schieben. Es sei an den Unternehmen, für den rechtmäßigen Rahmen der Nutzung zu sorgen.

Der Autor spricht konkrete technische Möglichkeiten an:

  • KI könnte Gesichter mit öffentlich bekannten Personen abgleichen
  • Plattformen könnten Uploads blockieren oder zumindest prüfen
  • Anbieter könnten Identitäten verifizieren
  • Unternehmen könnten Daten hinterlegen lassen, um sie im Fall von Ermittlungen an Strafverfolgungsbehörden weiterzugeben

„Wenn man die KI in die eine Richtung nutzen kann, dann kann man die KI aber auch in die andere Richtung nutzen“, betont Fitzek. Für ihn ist das keine Frage von „Klarnamen-Pflicht“ – die er nicht befürwortet –, sondern von grundlegender Verantwortungsübernahme.

Geschäftsmodelle müssen überdacht werden

Fitzek macht deutlich, dass er keine Symbolpolitik fordert. Wenn ein Geschäftsmodell systematisch Rechtsverletzungen begünstige, müsse es verändert werden. „Dann ist dieses Geschäftsmodell einfach zu überdenken.“

Für ihn ist der Fernandes-Fall deshalb ein „Brennglas, das beleuchtet, was für Schwachstellen wir haben, wo die Regellücken sind. Betroffene sind bislang ungenügend geschützt und wenn überhaupt erst dann, wenn der Schaden bereits entstanden ist.“

Suchmaschinen sieht er ebenfalls in der Pflicht. Wenn massenhaft nach kompromittierenden Inhalten gesucht werde und Algorithmen diese Treffer prominent ausspielen, werde Missbrauch indirekt verstärkt.

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Fitzek richtet seinen Appell nicht nur an Politik und Endnutzer, sondern explizit an die Wirtschaft. Unternehmen, die KI entwickeln, Plattformen betreiben und Reichweite verkaufen, seien Teil einer „gesamtgesellschaftlichen Aufgabe“.

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Am Ende seines Posts fasst er seine Haltung in einem knappen Satz zusammen: „Es reicht.“ Der Autor fordert damit nicht nur technische Lösungen, sondern eine grundlegende Veränderung der Geschäftspraktiken in der Tech-Industrie, die seiner Ansicht nach bisher zu wenig Verantwortung für die Folgen ihrer Technologien übernimmt.