Mond-Goldrausch gestartet: Unternehmen jagen Milliarden-Rohstoffe im All
Mond-Goldrausch: Firmen jagen Rohstoffe im All

Mond-Goldrausch gestartet: Unternehmen jagen Milliarden-Rohstoffe im All

Der nächste große Goldrausch hat begonnen – und er findet nicht auf der Erde, sondern auf dem Mond statt. Unternehmen weltweit bereiten sich darauf vor, wertvolle Rohstoffe im All abzubauen. Eine dieser Firmen ist Interlune, deren ambitionierte Pläne bereits konkrete Formen annehmen. Der Plan: Helium-3 und seltene Metalle direkt vom Mond zu holen. Die Vision: Weltraum-Bergbau als Milliarden-Geschäft, das die Ressourcenknappheit auf der Erde langfristig lösen könnte.

Rechtliche Grundlagen und internationale Abkommen

Was zunächst nach reiner Science-Fiction klingt, könnte bald Realität werden. Die rechtliche Basis dafür liefert ein US-Gesetz aus dem Jahr 2015, das es Firmen erlaubt, Rohstoffe im Weltraum abzubauen und zu verkaufen – ohne dabei Land zu besitzen. Dies steht im Einklang mit dem Weltraumvertrag, der festlegt, dass der Weltraum allen gehört, seine Ressourcen jedoch genutzt werden dürfen. Zusätzlich setzen viele Unternehmen auf die sogenannten „Artemis Accords“, ein internationales Abkommen, dem inzwischen über 60 Staaten beigetreten sind.

Gigantischer Markt und unerschöpfliche Ressourcen

Der potenzielle Markt ist gewaltig. Allein auf dem Mond sollen schätzungsweise rund eine Milliarde Kilogramm Helium-3 lagern. Zum Vergleich: Erste Projekte planen lediglich 10 bis 20 Kilogramm pro Jahr abzubauen. Der Mond ist riesig, und seine Ressourcen gelten als nahezu unerschöpflich. Doch droht angesichts dieser Perspektiven ein Konflikt mit Supermächten wie China? Interlune-Managerin Indra Hornsby wiegt ab: „Wir werden keinen Krieg mit China beginnen.“ Stattdessen setzt das Unternehmen auf Kooperation und internationale Zusammenarbeit.

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Automatisierte Technologie und geplante Missionen

Auffällig ist, dass Interlune nicht alle Technologien selbst entwickelt. Mondlandefähren und Rover kommen von Partnern, während der Abbau vollständig automatisiert ablaufen soll. „Alles wird robotisch ablaufen“, erklärt CTO Gary Lai. „Wir sind überzeugt, dass autonome Systeme und Fernsteuerung ausreichen.“ Die Idee ist simpel: Statt Gestein abzubauen, wird Helium-3 als Gas gewonnen, stark komprimiert – bis zu 200 Atmosphären – und in Tanks gespeichert. Ein Container von etwa 70 Zentimetern Größe könnte bereits die geplante Jahresmenge aufnehmen.

Für das Jahr 2028 ist die „Prospect Moon“-Mission geplant. Ein kleiner Lander mit rund 15 Kilogramm Nutzlast soll auf dem Mond landen, ausgestattet mit einem Roboterarm und einem Analyse-System. Das Ziel: Helium-3 direkt vor Ort nachweisen. Der tatsächliche Abbau könnte dann Anfang der 2030er-Jahre starten.

Rob Meyerson: Der Visionär hinter dem Mond-Plan

Rob Meyerson gehört zu den großen Namen der US-Raumfahrt. Jahrelang war er Präsident von Blue Origin und formte das Unternehmen von einem kleinen Team zu einem Milliarden-Player. Unter seiner Führung entstanden Raketen wie „New Shepard“ und „New Glenn“. Heute treibt er mit Interlune die nächste Vision voran: den Mond zur Rohstoffquelle der Zukunft zu machen. Meyerson betont: „Ich glaube, jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt. Vor zehn Jahren gab es keine privaten Firmen für Mond-Landefähren, vor fünf Jahren keine Rover. Heute sind es jeweils rund zehn in den USA.“

Die neue Industrie des Weltraum-Bergbaus steht somit vor einem historischen Durchbruch. Mit fortschrittlicher Technologie, klaren rechtlichen Rahmenbedingungen und visionären Unternehmern wie Rob Meyerson könnte der Mond schon bald zu einem zentralen Wirtschaftsraum werden, der die Ressourcen der Erde ergänzt und neue Perspektiven für die Menschheit eröffnet.

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