NASA vollzieht strategische Kehrtwende im Mondprogramm
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat eine fundamentale Neuausrichtung ihrer Mondambitionen angekündigt. Anstelle der bisher geplanten Raumstation in der Mondumlaufbahn, dem sogenannten Gateway-Projekt, soll nun eine dauerhafte Basis direkt auf der lunaren Oberfläche errichtet werden. Diese strategische Wende markiert einen bedeutenden Kurswechsel in der amerikanischen Weltraumpolitik.
Wettlauf mit China als treibende Kraft
Hintergrund dieser Entscheidung ist offensichtlich der zunehmende Wettbewerb mit China um die Vorherrschaft im Weltraum. NASA-Chef Jared Isaacman betonte in einer offiziellen Mitteilung: "Der Wettlauf der Großmächte läuft, und über Erfolg oder Scheitern entscheiden Monate, nicht Jahre." Die Volksrepublik China hat ebenfalls ambitionierte Pläne angekündigt und will noch vor 2030 Menschen auf den Mond bringen.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres per Dekret festgelegt, dass die Rückkehr von Astronauten zum Mond bis 2028 erfolgen soll. Die letzte bemannte Mondlandung der USA fand bereits 1972 statt – seitdem hat kein Mensch mehr die lunare Oberfläche betreten.
Dreistufiger Aufbau der Mondbasis
Die geplante Mondbasis soll in einem strukturierten, dreiphasigen Prozess entstehen:
- In der ersten Phase werden Rover und wissenschaftliche Instrumente zum Mond geschickt, um essentielle Technologien unter realen Bedingungen zu testen und zu validieren.
- Die zweite Phase sieht den Aufbau einer ersten bewohnbaren Infrastruktur vor, die regelmäßige Astronauteneinsätze ermöglichen soll.
- In der finalen Phase entsteht eine dauerhaft bemannte Basis, an der sich internationale Partner wie die japanische, italienische und kanadische Raumfahrtagentur beteiligen werden.
NASA-Vizechef Amit Kshatriya erklärte dazu: "Heute richten wir die NASA auf die neue Mission aus. Auf dem Mond setzen wir auf eine fokussierte, phasenweise Architektur, die die Fähigkeiten Landung für Landung schrittweise aufbaut."
Artemis-Programm mit ambitioniertem Zeitplan
Bereits in wenigen Tagen soll mit "Artemis 2" die erste bemannte Mondmission seit über fünf Jahrzehnten starten – zunächst als Umrundung ohne Landung. Eine NASA-Vertreterin bestätigte Mitte März: "Wir sind auf Kurs für einen Start bereits am 1. April und arbeiten auf diesen Termin hin. Der Flug ist nicht ohne Risiko, aber unser Team und unsere Ausrüstung sind bereit."
Die erste bemannte Mondlandung im Rahmen des neuen Programms ist für Anfang 2028 mit "Artemis 4" vorgesehen. Danach sollen zunächst alle sechs Monate bemannte Mondlandungen stattfinden, wobei die Frequenz mit zunehmender Reife der Technologie weiter gesteigert werden soll.
Revolutionäre Antriebstechnologien geplant
Parallel zu den Mondambitionen kündigte die NASA eine weitere technologische Innovation an: Noch vor Ende 2028 soll das erste atombetriebene Raumschiff startklar gemacht werden. Die "Space Reactor-1 Freedom" soll zum Mars fliegen und dabei erstmals einen Antrieb mit Kernenergie im Weltraum erproben.
Diese revolutionäre Technologie ermöglicht laut NASA-Angaben einen besonders effizienten Transport großer Lasten durch das All und macht Missionen jenseits des Jupiters möglich, wo Solarzellen nicht mehr genügend Energie liefern können. Die bereits für das Gateway-Projekt entwickelten Bauteile sollen nun für die neue Mondbasis umgenutzt werden, wie NASA-Chef Isaacman erklärte.
Diese strategische Neuausrichtung markiert einen historischen Moment in der Raumfahrtgeschichte und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Weltraums als neues Feld internationaler Konkurrenz und Zusammenarbeit.



