Eichenprozessionsspinner: Hubschraubereinsätze in der Prignitz geplant
Eichenprozessionsspinner: Hubschrauber in Prignitz

Der Landkreis Prignitz plant ab dem 21. Mai eine umfassende und flächendeckende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) – auch aus der Luft. Entlang der Landesstraßen beginnt die Maßnahme bereits in der kommenden Woche, ab dem 11. Mai, wie Kreissprecher Bernd Atzenroth mitteilte. In diesem Jahr ist eine größere Aktion vorgesehen als in den Vorjahren, da Experten eine starke EPS-Population im Landkreis erwarten.

Hintergrund der diesjährigen Aktion

Die Entwicklung hatte sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet. Erstmals seit 2021 wird es wieder eine großflächige Bekämpfung des Schädlings per Hubschrauber in allen Kommunen des Landkreises geben. Insgesamt mehr als 600 Hektar Fläche sollen aus der Luft behandelt werden, vor allem in den Ämtern Bad Wilsnack/Weisen und Lenzen-Elbtalaue. Laut Sabine Kramer, Amtstierärztin des Landkreises, sind drei Start- und Landeplätze in Legde, Eldenburg und Reetz mit insgesamt 39 Flügen vorgesehen.

Bodenbekämpfung und biologisches Mittel

Die Bekämpfung vom Boden aus wird ebenfalls wie in den Vorjahren durchgeführt. Hierbei wird eine Fläche von insgesamt 267 Hektar behandelt. Aufgrund der Wirksamkeit sowie der Verträglichkeit für Umwelt und Gesundheit kommt das biologische Mittel „Foray ES“ zum Einsatz. Um alle befallenen Gebiete wirksam zu bekämpfen, gibt es laut Landkreis eine koordinierte Aktion mit den zuständigen Landesbehörden – dem Landesamt für Umwelt (LfU), dem Landesbetrieb Straßenwesen sowie dem Landesbetrieb Forst. So werden auch Flächen erfasst, die in deren Obhut stehen, wie etwa Deichflächen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wetterabhängigkeit und Zeitfenster

Boden- und Luftbekämpfung sollen nach jetzigem Stand gleichermaßen stattfinden, können sich jedoch je nach Witterung ändern. Ideal sind laut Kramer kein Regen, wenig Wind und nicht zu viel Sonne. Die beiden Methoden müssen nicht zwangsläufig gleichzeitig stattfinden. Die Bekämpfung ist nur in einem engen Zeitfenster möglich, wenn die Larven noch in einem frühen Stadium sind. Eine Bekämpfung per Drohne lehnte die Amtstierärztin ab, da diese zu teuer und für größere Flächen ungeeignet sei. Für punktuelle Einsätze seien Drohnen jedoch denkbar.

Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner

Der EPS ist nach Angaben des Naturschutzbundes NABU ein Schmetterling. Die Raupen entwickeln im Larvenstadium Brennhaare, die bei Kontakt mit Menschen und Tieren unter anderem zu Juckreiz, Hautentzündungen und Nesselsucht führen können. Besonders wenn die Brennhaare in die Augen oder Atemwege gelangen, kann es zu stärkeren Reaktionen kommen. Die Luftbekämpfung wird von einem einzigen Anbieter durchgeführt, der sich derzeit von Sachsen-Anhalt Richtung Norden vorarbeitet. Nach Abschluss der Flüge in der Prignitz soll er Richtung Ludwigslust weiterziehen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration