Der Deutsche Jetsport-Verein (DJSV) mit Sitz im hessischen Viernheim hatte noch bis vor wenigen Tagen die Hoffnung nicht aufgegeben. Die Sportler hatten sich den Kummerower See für einen Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Jetboot-Rennen ausgesucht und dafür im Februar einen Antrag beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gestellt. Probleme mit den Behörden gebe es keine, hatte der Verein kürzlich noch mitgeteilt. Das hat sich jetzt geändert.
Natur- und Vogelschutz sprechen gegen das Rennen
Der Landkreis hat den Antrag des DJSV abgelehnt, wie die Kreisverwaltung am Donnerstag bestätigte. Geplant war das Rennen am ersten Juni-Wochenende mit rund 50 Teilnehmern. Der Verein hatte den See als geeigneten Austragungsort ausgewählt und den Hafen in Gravelotte für das Zuwasserlassen der Boote vorgesehen.
Nach Angaben von Kreissprecher Nils Carl Henke wurden mehrere Behörden in die Entscheidung einbezogen, darunter das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt sowie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, da der Kummerower See Teil einer Bundeswasserstraße ist. Ausschlaggebend für die Ablehnung waren demnach Belange des Natur- und Vogelschutzes.
Anlieger befürchten Lärm
Auch aus den Anliegergemeinden gab es Vorbehalte - insbesondere wegen der befürchteten Lärmbelästigung. Die Seegemeinde Kummerow hatte in einer Stellungnahme zusätzliche Informationen zum Ablauf und Umfang der Veranstaltung angefordert.
Der DJSV verwies zuletzt auf das laufende Verfahren und äußerte sich nicht näher. Ob der Verein Widerspruch gegen die Entscheidung einlegt, ist noch offen. Angesichts des geplanten Termins Anfang Juni wäre das Verfahren zeitlich eng.
Auch Wasserski ist seit Jahren umstritten
In der Region gab es in den vergangenen Jahren mehrfach Bestrebungen, Wasserski- und Jetsport auf dem Kummerower See zu etablieren. Die Stadt Neukalen und der örtliche Wassersportverein hatten vor einigen Jahren bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel die Ausweisung einer Strecke beantragt. Dagegen formierte sich Widerstand aus den Umlandgemeinden, die auf einen ruhigen, naturverträglichen Tourismus setzen. Der Tourismus am Kummerower See müsse im Einklang mit dem Naturschutz stehen, hieß es damals. Die schnellen Boote könnten zudem Badegästen, die weiter hinausschwimmen, gefährlich werden.
Doch es gibt auch viele Befürworter für den Freizeitsport. Der See sei groß genug für eine Wasserski- oder Jetski-Strecke, heißt es von ihnen. Skisport auf dem Wasser könnte zudem noch mehr Urlauber in die Region locken.



