Neue Müllfrei-Station am Rostocker Stadthafen lädt zum Aufräumen ein
Müllfrei-Station in Rostock: Sauberkeit zum Mitmachen

Gegen die Vermüllung des Stadthafens: Eine neue Kiste lädt zum Aufräumen ein. In Rostock ist die erste öffentliche Müllsammelstation an den Start gegangen – mitten im Stadthafen. Seit Donnerstag, dem 30. April, steht auf der Sand- und Kubbfläche beim Museumshafen neben dem Gasthaus „Zum Alten Fritz“ eine Müllfrei-Station, die erste ihrer Art in der Hansestadt.

Engagement für eine saubere Stadt

Gerade der Rostocker Stadthafen ist im Sommer immer auch eine Partymeile. Hier wird gegrillt, getrunken und gespielt. „Im Sommer ist hier immer total viel los“, sagt Marcel Knaak vom Verein Rostock Müllfrei. „Da fällt natürlich auch immer eine Menge Müll an.“ Damit hier zukünftig jeder seinen Müll noch leichter selbst entsorgen kann, wurde die Station aufgestellt. Seit 2021 organisiert der von Knaak ins Leben gerufene Verein lokale Müllsammelaktionen im gesamten Stadtgebiet. 2025 kamen dabei knapp 5000 Kilo Müll zusammen. Mit der Eröffnung der ersten öffentlichen Müllsammelstation geht er jetzt noch einen Schritt weiter.

„Mit dem neuen Angebot möchte der Verein bürgerschaftliches Engagement für eine saubere Stadt erleichtern und mehr Menschen dazu motivieren, auch spontan aktiv zu werden“, erklärt Knaak. Jeder kann und soll seinen Müll in der Öffentlichkeit auch selbst wegräumen, damit der Stadthafen gerade im Sommer nicht zugemüllt wird.

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So funktioniert die Müllfrei-Station

Die Müllfrei-Station funktioniert ganz einfach. Die Nutzung erfolgt über ein digitales Ausleihsystem: Interessierte können einen QR-Code auf dem Deckel scannen und erhalten einen Zugangscode, mit dem sich die Station eigenständig öffnen lässt. Dann die Ausrüstung rausholen, aufräumen und zurücklegen. In der Kiste befinden sich vor allem Müllgreifer sowie weiteres Sammelzubehör wie Eimer. Natürlich alles kostenlos.

Pilotprojekt mit Datenerhebung

„Es handelt sich um ein Pilotprojekt“, unterstreicht Marcel Knaak. Rostock Müllfrei hat die Station gebaut und übernimmt die laufende Wartung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Datenerhebung: Nutzer der Station sind dazu aufgerufen, den gesammelten Müll zu wiegen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Dafür sind ebenfalls Utensilien in der Kiste. „Auf diese Weise möchte der Verein Erkenntnisse über Müllaufkommen und Sammelverhalten gewinnen, um zukünftige Maßnahmen gezielter planen zu können“, so Knaak.

Dabei ist auch die Universität Rostock mit im Boot. Die Ausstattung der Station wurde von der Uni finanziert. „Wir wollen die gewonnenen Daten auswerten, um herauszufinden, ob die Station angenommen wird“, sagt Mona-Maria Narra, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Abfall- und Stoffstromwirtschaft an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät.

„Mit der Müllsammelstation wollen wir Engagement so einfach wie möglich machen – unabhängig von festen Terminen. Gleichzeitig helfen uns die gesammelten Daten, das Problem besser zu verstehen und Lösungen weiterzuentwickeln“, so Knaak weiter. Er denkt bereits darüber nach, weitere Müllfrei-Stationen im Stadtgebiet aufzustellen. „In den Wallanlagen oder auch in der Rostocker Heide“, sagt er.

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