Müllplätze im Parkviertel: Stadt Ludwigslust zieht die Reißleine
Müllplätze im Parkviertel: Stadt zieht die Reißleine

Müllplätze im Parkviertel: Stadt Ludwigslust zieht die Reißleine

Die Stellflächen im Ludwigsluster Wohngebiet quellen über, auch Auswärtige laden hier ihren Müll ab. Die Wohnungsverwaltungen sehen nur einen Ausweg.

Ein paar Kinderschuhe, ein defekter Drucker, ein zerbrochener Spiegel und eine Matratze – für einen Montag sieht es im Parkviertel noch vergleichsweise gut aus. Das erklärt Stefan Perlitz, Hausmeister bei der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Ludwigslust, der nahezu täglich mit dem Müll an den Stellplätzen beschäftigt ist. „Einmal lag hier ein voller Kühlschrank, der komplett verschimmelt war. Da trifft einen echt der Schlag.“ Die Vermüllung ist seit Jahren ein Problem im Parkviertel, jetzt wollen die Stadt und die Wohnungsverwaltungen die Reißleine ziehen.

Keine öffentlichen Müllplätze

Seit gut einem halben Jahr arbeiten die Stadtverwaltung, die städtische Wohnungsgesellschaft Vewoba und die WBG Ludwigslust an einer Lösung. „Da die Stellplätze direkt an der Straße sind, denken viele Leute anscheinend, dass diese für die Allgemeinheit bestimmt sind“, erklärt Vewoba-Geschäftsführer Eckhard Will. „Ich habe selbst mal erlebt, wie eine Frau aus Hagenow in der Parkstraße ihre Kartons entsorgt hat. Und das geht nicht.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

An den Müllstellplätzen gibt es Container für Restmüll und Pappe sowie Gelbe Tonnen, die für die Mieter der Mehrfamilienhäuser der Vewoba und der WBG vorgesehen sind. Sehr oft wird dort aber auch Sperrmüll abgeladen, der sich an der gemauerten Einfassung stapelt. „In der Woche bringe ich etwa 500 bis 700 Kilogramm Müll von den Stellplätzen zu Remondis oder MUT“, erklärt Stefan Perlitz. „Und das hält mich natürlich von anderen Aufgaben ab.“ Im Oktober vergangenen Jahres kam es außerdem an einem der Stellplätze in der Parkstraße zu einem Feuer, ein Haufen Sperrmüll brannte in voller Ausdehnung.

Die Wohnungsverwaltungen haben bereits im vergangenen Jahr alle Mieter angeschrieben und Aushänge gemacht, um auf das Problem hinzuweisen. „Teilweise ist es auch so, dass Mieter aus anderen Ländern ein anderes Bewusstsein für Müllverwertung haben und nicht wissen, wie sie Müll richtig sortieren müssen“, so Eckhard Will. Insgesamt bestehe das Problem aber aus mehreren Puzzleteilen. „Das Verhalten der Leute muss sich einfach ändern. Und das ist kein Problem, welches es nur in Ludwigslust gibt.“

Maßnahmen zeigen keine Wirkung

Maßnahmen wie Aushänge oder die vermehrte Kontrolltätigkeit des städtischen Ordnungsamtes an den Schwerpunkten in der Parkstraße, Buschstraße sowie Findorffstraße haben bislang keinen Erfolg gezeigt. „Also müssen wir jetzt den nächsten Schritt gehen und die Plätze in der Parkstraße abreißen“, erklärt Eckhard Will. Die Stellflächen für die Mülltonnen werden auf die Grünfläche zwischen den Häusern verlegt und abgesperrt, sodass nur Mieter darauf Zugriff haben. Die alten Stellflächen an der Straße sollen zu Beeten umgestaltet werden. „Damit keiner in Versuchung kommt, dort weiterhin seinen Müll abzuladen.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration