Verwirrung bei Papiertonne-Abfuhr in Vorpommern: Unterschiedliche Termine für Nachbarn
Papiertonne-Abfuhr in Vorpommern: Verwirrung bei Terminen

Verwirrung bei der Papiertonne-Abfuhr in Vorpommern

In einigen Regionen Vorpommerns herrscht derzeit erhebliche Verwirrung bei der Abfuhr der Papiertonnen. Wie sich zeigt, werden längst nicht alle Behälter gleich behandelt, was zu unterschiedlichen Leerungsterminen selbst für direkte Nachbarn führt.

Historisch gewachsene Strukturen als Ursache

Die Ursache für diese unübersichtliche Situation liegt in historisch gewachsenen Strukturen. Teile des mittleren Peene- und Tollensetals gehörten bis zur Gebietsreform 2011 zum Landkreis Demmin und haben seither andere Entsorgungsmodalitäten als der übrige Großkreis Vorpommern-Greifswald beibehalten. „Diese Ecke Vorpommerns erbte als Mitgift teilweise andere Entsorgungsmodalitäten“, erklärte Uwe-Andersen Hoth, Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (EGVG).

Konkret bedeutet dies: Während die kreiseigene EGVG mit ihren Fahrzeugen bestimmte Touren absolviert, sind in der Region Jarmen/Loitz nach wie vor auch Fahrzeuge des Unternehmens Veolia unterwegs – zu komplett anderen Terminen. Diese unterschiedlichen Abfuhrzyklen sorgen bei vielen Bürgern für Verwirrung und führten zu zahlreichen Beschwerden bei Behörden und beim Nordkurier.

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Bürger können zwischen Entsorgern wählen

Ein zentraler Punkt der Verwirrung: Die Papiertonne ist für die Bürger frei wählbar. „Es gibt da nicht nur einen anderen Entsorger, und die Papiertonne ist für die Bürger frei wählbar“, betonte Hoth in der jüngsten Sitzung der Loitzer Stadtvertretung, wo das Thema einen Extra-Tagesordnungspunkt erhielt. Die EGVG sei ausschließlich für die kommunale Entsorgung verantwortlich.

Für Grundstückseigentümer, die an die Hausmüllentsorgung angeschlossen sind, besteht die Möglichkeit, kostenlos eine kreisliche Papiertonne zu beziehen. Dieser Schritt lohnt sich laut Hoth besonders, da die Erlöse aus dem Papierrecycling in die Gesamtkalkulation der Müllgebühren einfließen und somit letztlich alle Bürger entlasten.

Probleme mit dem gedruckten Abfallkalender

Die Verwirrung wurde zusätzlich durch den gedruckten Abfallkalender verstärkt, den alle Haushalte für 2026 erhalten haben. In diesem sind für Jarmen/Loitz nur noch die Abfuhrtermine der kreiseigenen EGVG verzeichnet – nicht jedoch die der konkurrierenden Fremdfirmen wie Veolia. Im Kleingedruckten wird zwar auf diesen Umstand hingewiesen, doch viele Bürger übersahen diesen Hinweis.

In der Online-Version des Kalenders unter www.vevg-karlsburg.de sind hingegen auch die Veolia-Touren eingetragen – ein zusätzlicher Service für die Bürger, der jedoch nicht alle erreicht. Die Diskrepanz zwischen gedrucktem und digitalem Kalender sorgte in den vergangenen Wochen für weitere Irritationen.

Langsamer Wechsel zu einheitlicher Entsorgung

Ein vollständiger Wechsel zu einheitlichen Entsorgungsstrukturen vollzieht sich nur langsam. Zwar hat die EGVG inzwischen die öffentlichen Containerstellplätze übernommen und mit eigenen Logos versehen, auf privater Ebene bleibt die Situation jedoch komplex. Neue einheitliche Behälter gibt es meist nur bei Neubauten oder Umzügen, wenn sich Haushalte aktiv um ihre künftige Abfallentsorgung kümmern müssen.

Solange diese Übergangsphase andauert, werden die Bürger in Teilen Vorpommerns weiterhin mit unterschiedlichen Abfuhrterminen für ihre Papiertonnen leben müssen – eine Situation, die trotz historischer Erklärungen für viele nach wie schwer nachvollziehbar bleibt.

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