Polens neues Pfandsystem: Was Urlauber, Pendler und Shopping-Gäste jetzt wissen müssen
Wer in den kommenden Monaten eine Reise nach Polen plant, sollte sich dringend mit einer wichtigen Neuerung vertraut machen. Seit dem 1. Oktober 2026 gilt im Nachbarland ein umfassendes Pfandsystem für Getränkeverpackungen, das zahlreiche Urlauber, Pendler und Shopping-Gäste aus Deutschland direkt betrifft. Diese Regelung folgt dem Vorbild, das hierzulande bereits seit Langem etabliert ist, und bringt sowohl finanzielle als auch praktische Veränderungen mit sich.
Wie funktioniert das polnische Pfandsystem im Detail?
Das sogenannte System kaucyjny umfasst PET-Flaschen mit einem Fassungsvermögen von bis zu drei Litern sowie Metalldosen bis zu einem Liter Inhalt. Auf diese Verpackungen wird ein Pfand in Höhe von 50 Groszy erhoben, was ungefähr 12 Cent entspricht. Für Mehrwegflaschen aus Glas mit einem Volumen von bis zu 1,5 Litern fällt ein höherer Betrag an: ein Zloty, etwa 24 Cent. Diese zusätzlichen Kosten werden beim Kauf der Getränke fällig und können bei der Rückgabe der leeren Verpackungen erstattet werden.
Die Rückgabe ist in verschiedenen Einrichtungen möglich. Lebensmittelmärkte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 200 Quadratmetern, die Getränke in pfandpflichtigen Verpackungen anbieten, sind zur Annahme verpflichtet. Gleiches gilt für kleinere Geschäfte unter 200 Quadratmetern, die Getränke in Mehrwegflaschen aus Glas verkaufen, was momentan vor allem Bierflaschen betrifft. Darüber hinaus können Verbraucher ihre leeren Flaschen und Dosen an speziellen Automaten, den sogenannten Butelkomaten, abgeben, die auch außerhalb von Geschäften aufgestellt sind. Ein Kassenzettel ist für die Rückgabe nicht erforderlich, jedoch müssen alle Verpackungen das offizielle Pfandsymbol tragen, um akzeptiert zu werden.
Hintergründe und Ziele der neuen Regelung
Die Einführung des Pfandsystems in Polen basiert auf der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates (EU) 2019/904, die darauf abzielt, die Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt zu reduzieren. Das polnische Ministerium für Klima und Umwelt erhofft sich von dieser Maßnahme erhebliche Vorteile für die Natur und die Ressourcenschonung.
Anita Sowińska, Vizeministerin für Klima und Umwelt, betonte in einer Pressekonferenz, dass durch das System weniger Kunststoff, Aluminium und Glas für die Herstellung neuer Verpackungen verbraucht werden müsse. Zudem wird auf eine sauberere Umwelt gehofft, da weniger Flaschen und Dosen in Parks, Wäldern oder an Gewässern weggeworfen werden sollen. Im Vorfeld der offiziellen Einführung gab es bereits Testläufe in verschiedenen Lebensmittelmärkten, sodass viele polnische Verbraucher mit dem Prozedere vertraut sind.
Praktische Tipps für Reisende und Grenzgänger
Für deutsche Urlauber, Pendler und Shopping-Gäste, die regelmäßig nach Polen reisen, bedeutet die neue Regelung:
- Beim Kauf von Getränken in Polen müssen sie mit zusätzlichen Pfandkosten rechnen, die bei der Rückgabe erstattet werden.
- Die Rückgabe ist einfach an großen Supermärkten oder Butelkomaten möglich, erfordert aber das Pfandsymbol auf der Verpackung.
- Es lohnt sich, leere Flaschen und Dosen vor der Rückreise nach Deutschland abzugeben, um den Pfandbetrag zurückzuerhalten.
Diese Neuerung markiert einen wichtigen Schritt in Polens Umweltpolitik und unterstreicht die gemeinsamen europäischen Bemühungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und des Umweltschutzes.



