Rostock warnt: Falsch entsorgte Akkus verursachen verheerende Brände in Müllanlagen
Rostock: Falsche Akku-Entsorgung führt zu Müllbränden

Rostock kämpft gegen Brandgefahr durch falsch entsorgte Akkus

Immer wieder führen fälschlicherweise im Hausmüll entsorgte Batterien und Akkus zu verheerenden Bränden in Rostock. Die Stadtentsorgung Rostock (SR) und der Abfallentsorger Veolia melden regelmäßige Einsätze und warnen eindringlich vor den unterschätzten Risiken.

Brände in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen

Laut Sara Spilker, Sprecherin von Veolia, entstehen deutschlandweit täglich bis zu 30 Brandereignisse in Recyclinganlagen, Müllfahrzeugen und auf Wertstoffhöfen. In Rostock kam es bereits zu mehreren Vorfällen. Im Mai 2025 brannte es in der Veolia-Sortieranlage in Neu-Hinrichsdorf, wobei ein Mitarbeiter verletzt wurde. 2026 gab es zwar keinen Brand in der Sortieranlage, doch Lena Marie Ulke, Sprecherin der SR, betont die „erhebliche Gefahr“ durch illegal entsorgte Lithium-Ionen-Akkus.

In diesem Jahr verursachte ein falsch entsorgter Akku einen Brand in einem Abfallsammelfahrzeug der SR. 2025 führten zwei weitere Fälle unsachgemäßer Entsorgung zu Schäden an Müllfahrzeugen. Ulke erklärt: „Gelangen Akkus in ein Müllfahrzeug, können sie durch den Pressvorgang beschädigt werden und Brände oder sogar Explosionen auslösen.“

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Extreme Hitze und wirtschaftliche Folgen

Lithium-Ionen-Akkus können sich bei Beschädigung innerhalb kürzester Zeit auf über 1000 Grad Celsius erhitzen, wie Veolia-Sprecherin Spilker ergänzt. Inmitten leicht entflammbaren Abfalls breiten sich Brände rasch aus. Ein solcher Vorfall kann eine Sortieranlage für Monate lahmlegen und Leben gefährden. Spilker warnt: „Es gehen Recyclingrohstoffe verloren, Unternehmen erleiden erheblichen wirtschaftlichen Schaden, und die gesamte Kreislaufwirtschaft wird geschwächt.“

Richtige Entsorgung ist entscheidend

2025 wurden in Rostock insgesamt rund 42.000 Tonnen Restmüll erfasst, durchschnittlich 160 Tonnen pro Sammeltag. Die SR und Veolia appellieren an die Bürger, Elektrogeräte, Akkus und Batterien nicht über den Hausmüll zu entsorgen. Stattdessen sollten sie bei Sammelstellen wie dem Handel oder einem der vier Recyclinghöfe im Stadtgebiet abgegeben werden. Dazu zählen auch E-Zigaretten, Vapes, elektrische Zahnbürsten, Grußkarten oder Spielzeuge mit eingebauten Batterien.

Die SR beteiligt sich gemeinsam mit der Stadt Rostock an der Kampagne „Batterie zurück“, die über die richtige Entsorgung informiert. Zudem unterstützt Veolia die Kampagne „Brennpunkt Batterie“ des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE). Der BDE fordert unter anderem ein Pfandsystem für Batterien, ein Verbot von Einweg-E-Vapes und ein verpflichtendes Batteriekennzeichnungslabel zur besseren Verbraucheraufklärung.

Präventionsmaßnahmen und Investitionen

Um Bränden vorzubeugen, investiert Veolia deutschlandweit in Brandschutztechnik. Dazu gehören moderne Löschanlagen, Video- und Thermalkameras mit 24/7-Überwachung sowie automatische Löscheinrichtungen. Diese Maßnahmen sollen die Sicherheit in Müllanlagen erhöhen und die Gefahr durch falsch entsorgte Akkus minimieren.

Die Feuerwehren rund um die Müllanlage in Rosenow stoßen an ihre Grenzen, was die Dringlichkeit des Problems unterstreicht. Experten betonen, dass nur durch bewusste Mülltrennung und korrekte Entsorgung schwere Brände verhindert werden können.

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