Repowering in Nordwestmecklenburg: Neue Windkraftanlage ersetzt zwei Altanlagen bei Rehna
Repowering: Neue Windkraftanlage ersetzt zwei Alte bei Rehna

Repowering-Projekt in Nordwestmecklenburg: Modernisierung der Windenergie

Im Nordwesten Mecklenburgs steht ein bedeutendes Repowering-Vorhaben an. Zwischen den Orten Rehna und Löwitz sollen zwei bestehende Windkraftanlagen durch eine moderne, leistungsstärkere Anlage ersetzt werden. Dieses Projekt wird von der e.disnatur Erneuerbare Energien GmbH aus Potsdam vorangetrieben und markiert einen wichtigen Schritt in der Modernisierung der Windenergieinfrastruktur der Region.

Technische Details der neuen Anlage

Die beiden bisherigen Windkraftanlagen, die seit über 20 Jahren südlich von Löwitz in Betrieb sind, haben ihre reguläre Laufzeit erreicht. Sie verfügen über eine Gesamthöhe von 100 Metern und eine Nennleistung von jeweils 1,5 Megawatt. Die geplante neue Anlage wird diese Parameter deutlich übertreffen.

Die neue Windenergieanlage wird eine Gesamthöhe von 250 Metern erreichen und damit mehr als doppelt so hoch sein wie die Vorgängermodelle. Noch beeindruckender ist die Steigerung der Leistungsfähigkeit: Mit optimierten Rotorblättern, einem höheren Turm und verbesserter technischer Ausstattung wird die neue Anlage mehr als das Vierfache der bisherigen Nennleistung erzielen können.

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Die jährliche Stromerzeugung wird voraussichtlich bei 22 Millionen Kilowattstunden liegen – eine beachtliche Menge, die einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Energieversorgung leisten wird.

Standortwechsel und Abstandsregelungen

Interessant ist der geplante Standortwechsel der neuen Anlage. Während die alten Windräder etwa 500 Meter von Löwitz entfernt stehen, wird die neue Anlage weiter östlich in Richtung Bürgermeistergraben errichtet. Dieser Standortwechsel ist kein Zufall, sondern Ergebnis sorgfältiger Planung.

Projektleiter Moritz Herrmann erläuterte bei einer Informationsveranstaltung in Bülow: „Grundsätzlich haben wir uns natürlich im Umfeld von den alten Anlagen umgeschaut und zuerst eben darauf geachtet, wo die Wohnbebauung ist. Von den festen Siedlungsstrukturen haben wir dann jeweils 1000 Meter Abstand genommen. Von den Einzelgehöften sind es 800 Meter.“

Diese größeren Abstände zu Wohngebieten bringen mehrere Vorteile mit sich. Herrmann betonte: „Das war eben auch ein Ziel des Repowerings – dass wir weiter weg von den Siedlungen kommen, damit zum Beispiel auch die Schallemissionen niedriger werden.“ Ein weiterer Pluspunkt ist die Nähe zu einem Umspannwerk, was die Einspeisung des erzeugten Stroms erleichtert.

Planungsverfahren und Zeitrahmen

Das Projekt befindet sich aktuell noch in der Planungsphase. Eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Verlauf ist die Änderung des Flächennutzungsplans, da sich die geplante Anlage nicht in einem ausgewiesenen Windenergie-Vorranggebiet befindet. Bei Repowering-Vorhaben besteht jedoch nicht zwingend eine Bindung an diese Vorgaben der Regionalplanung.

Erst nach Abschluss des Flächennutzungsplanverfahrens kann der Genehmigungsantrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz gestellt werden. Die Inbetriebnahme der neuen Windenergieanlage ist für das Jahr 2028 vorgesehen, mit einer geplanten Betriebsdauer von 25 Jahren.

Beteiligung von Gemeinden und Anwohnern

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Beteiligung der betroffenen Gemeinden und Anwohner. Projektleiter Herrmann beschrieb ein dreisäuliges Modell:

  1. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz werden 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde an alle Gemeinden im Umkreis von 2,5 Kilometern gezahlt.
  2. Das novellierte Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern sieht vor, dass der Projektträger jährlich 5.000 Euro pro Megawatt installierter Leistung sowohl an die Gemeinden als auch in gleicher Höhe an die entsprechenden Anwohner leistet.
  3. Hinzu kommen die Gewerbesteuern, von denen 90 Prozent in den Gemeinden verbleiben.

Bei dem geplanten Anlagentyp würden sich die Zahlungen nach dem Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz auf insgesamt 75.000 Euro jährlich summieren – 35.000 Euro für die Gemeinden und 35.000 Euro für die Anwohner.

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Verwertung der alten Anlagen

Die beiden demontierten Windkraftanlagen werden nach Angaben von e.disnatur einer möglichst nachhaltigen Verwertung zugeführt. Im besten Fall werden sie verkauft und teilweise wiederverwendet. Einzelne Komponenten können als Ersatzteile für andere Anlagen dienen. Bestandteile, die keiner weiteren Verwendung zugeführt werden können, werden fachgerecht entsorgt und bestenfalls recycelt.

Dieses Repowering-Projekt zeigt, wie durch den Austausch alter gegen neue, leistungsfähigere Windkraftanlagen die Energieerzeugung effizienter und umweltverträglicher gestaltet werden kann – ein wichtiger Beitrag zur Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern.