Ökostrom-Verband fordert Ausbau der Wasserkraft: Potenziale liegen brach
Wasserkraft: Verband will Anteil am Strommix verdoppeln

Wasserkraft in Deutschland: Verband drängt auf größeren Anteil im Strommix

Der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) e.V. setzt sich für eine deutliche Steigerung des Wasserkraftanteils an der deutschen Stromerzeugung ein. Laut Branchenangaben schlummern hier erhebliche, bislang ungenutzte Potenziale, die jedoch durch bürokratische Hürden gebremst werden.

Potenziale liegen brach: Anteil könnte mehr als verdoppelt werden

Helge Beyer, Geschäftsführer des BDW, betont: „Die Potenziale der Wasserkraft werden in Deutschland noch zu wenig genutzt.“ Derzeit trägt Wasserkraft etwa drei bis vier Prozent zur Stromerzeugung bei. Durch Modernisierung bestehender Anlagen, Reaktivierung alter Stauwerke und gezielten Ausbau ließe sich dieser Anteil laut Beyer mehr als verdoppeln. Wasserkraft bietet dabei entscheidende Vorteile: Sie ist stetig, planbar und flexibel einsetzbar, was die Netzstabilität und Versorgungssicherheit stärkt und die Integration fluktuierender Erneuerbarer wie Wind- und Solarenergie erleichtert.

Genehmigungsverfahren als größte Hürde

Doch der Weg dorthin ist steinig. Beyer kritisiert die komplizierten und langwierigen Genehmigungsverfahren: „Im Schnitt dauert es etwa sieben Jahre, bis eine Ertüchtigung oder ein Neubau eines Wasserkraftwerks bewilligt wird.“ Diese Verzögerungen bremsen den dringend benötigten Ausbau und gefährden die Energiewende-Ziele.

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Innovative Ansätze: Schwarmkraftwerke als Ergänzung

Neben konventionellen Wasserkraftwerken gewinnen neue Technologien an Bedeutung. Das Unternehmen Energyminer aus Bayern hat im rheinland-pfälzischen St. Goar am Rhein sogenannte Schwarmkraftwerke installiert. Diese bestehen aus schwimmenden Strömungskraftwerken, den „Energyfischen“, die die natürliche Energie der Flüsse nutzen. Bis Ende des Jahres soll der Schwarm auf 124 Anlagen anwachsen und bald Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Allerdings räumt Beyer ein, dass die Ausbeute solcher Strömungskraftwerke deutlich geringer ist als bei herkömmlichen Anlagen, die durch Staustufen auch die Fallhöhe des Wassers nutzen und so mehr Energie erzeugen können.

Fazit: Jeder Beitrag zur Energiewende zählt, wie Beyer betont: „Am Ende müssen wir alle Chancen nutzen, die sich bieten.“ Um die Klimaziele zu erreichen, ist ein beschleunigter Ausbau der Wasserkraft unerlässlich, erfordert aber politische Unterstützung und vereinfachte Genehmigungsprozesse.

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