Christa Herzog feiert 90. Geburtstag: Landwirtschaft prägte ihr Leben in der Prignitz
90. Geburtstag: Landwirtschaft prägte Leben in der Prignitz

Ein bewegtes Leben in der Landwirtschaft: Christa Herzog wird 90 Jahre alt

Die gebürtige Hallenserin Christa Herzog feierte kürzlich ihren 90. Geburtstag und blickte dabei auf ein Leben zurück, das maßgeblich von der Landwirtschaft geprägt wurde. Perlebergs Bürgermeister Axel Schmidt und Düpows Ortsvorsteher André Kenzler gratulierten der Jubilarin persönlich zu diesem besonderen Anlass.

Von Halle in die Prignitz: Ein ungewöhnlicher Lebensweg

Christa Herzog wurde am 29. Februar 1936 in Halle an der Saale geboren – ein Datum, das nur alle vier Jahre im Kalender erscheint. „Eigentlich ist sie ja erst 22 Jahre“, scherzte ihre Tochter bei der Geburtstagsfeier. Nach ihrem Studium der Landwirtschaft an der Martin-Luther-Universität in Halle zog sie 1960 in den Bezirk Schwerin und begann ihre berufliche Laufbahn an der Maschinen-Traktoren-Station in Karstädt.

Die Anfänge in der sozialistischen Landwirtschaft

Die junge Agraringenieurin erlebte die Umgestaltung der Landwirtschaft in der DDR aus nächster Nähe. In der LPG „5. Parteitag“ Karstädt wuchs die bewirtschaftete Fläche innerhalb weniger Monate von 119 auf 550 Hektar an. „Da gab es eine Menge Arbeit“, erinnert sich Herzog an diese intensive Zeit. Ihre ersten Unterkünfte waren bescheiden: „Ich war hier angekommen, saß auf meinem Gepäck und wartete, wo ich unterkommen würde“, beschreibt sie ihre Ankunft in Karstädt im Februar 1960.

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Anekdoten aus dem Arbeitsalltag

Die Erinnerungen an ihre Zeit in der Landwirtschaft sind voller lebendiger Geschichten. Als die LPG begann, neben Schweinen auch Kühe zu halten, büxten diese regelmäßig aus und liefen auf die Bundesstraße 5. „Dann mussten wir sie wieder so schnell wie möglich einfangen“, erzählt Herzog mit einem Schmunzeln. Diese praktischen Herausforderungen prägten ihren Arbeitsalltag nachhaltig.

Familienleben und berufliche Veränderungen

1963 heiratete Christa Herzog ihren Mann Fritz, den sie in der MTS kennengelernt hatte. Nach der Geburt ihrer beiden Töchter kämpfte sie für bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten und konnte so nach einer erfolgreichen Intervention auf einer Versammlung wieder arbeiten gehen. Ab 1965 war sie 19 Jahre lang auf dem Schlachthof in Perleberg tätig, bis zur Wende 1989/90.

Die folgenden Jahre brachten weitere Veränderungen: Nach einem halbjährigen Lehrgang bei der DAA und dem Zusammenbruch der LPG-Strukturen arbeitete sie in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Landschaftspflege an der Elbe. 1996 ging sie mit 60 Jahren in Rente und zog im gleichen Jahr mit ihrem Mann zu ihrer Tochter nach Düpow.

Aktives Rentnerdasein und heutiges Leben

Nach dem Tod ihres Mannes vor 13 Jahren blieb Christa Herzog aktiv. Gleich mit Renteneintritt engagierte sie sich im Landseniorenverein und unternahm zahlreiche Ausflüge zu Betrieben in der Region. „Wir waren in vielen Betrieben, so beispielsweise in der Käserei in Bismark und in den Zuckerfabriken in Uelze und Güstrow“, berichtet sie begeistert. „Alle haben sich gekannt. Es war einfach herrlich!“

Bei der großen Geburtstagsfeier mit drei Geschwistern, Kindern, Enkeln und Urenkeln resümierte die Jubilarin: „Das Leben war eigentlich ganz schön bunt“. Ortsvorsteher André Kenzler nahm eine konkrete Idee mit: „Vielleicht gelingt es mir, wieder eine Kaffeerunde für die Älteren zu initiieren“, sagte er zum Abschied.

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