Parchim pflanzt Pionier für Natur und Stadt
In Parchim wächst jetzt die Zitterpappel, Baum des Jahres 2026. In den Bürgermeisterwiesen setzen Heimatbund und Stadtforst ein Zeichen fürs Stadtklima – und der Heimatbund kündigt schon neue Vorhaben an.
Der Heimatbund Parchim und der Stadtforst haben eine Zitterpappel als Baum des Jahres 2026 in den Bürgermeisterwiesen gepflanzt. Die Pflanzaktion am Fuße der ehemaligen Slavenburg entstand auf Initiative des Parchimer Heimatbundes gemeinsam mit dem Stadtforst.
Zahlreiche Interessierte kamen am Freitag, 24. April, zur feierlichen Pflanzung – neben Vertretern des Heimatbundes, des Stadtforstes und der Stadtverwaltung. Bereits im vergangenen Jahr war dort der Baum des Jahres 2025, eine Roteiche, gesetzt worden. Ziel der Aktion sei es, das Stadtklima langfristig zu verbessern, so Hanne Sellnow vom Parchimer Heimatbund.
Warum die Zitterpappel als „Pionierbaum“ gilt
Warum es dieses Mal die Zitterpappel wurde, erklärte Oberförster Danilo Klaus vom Parchimer Stadtforst direkt vor Ort. Die Baumart gelte als echter „Pionierbaum“. Sie wachse schnell, komme auch mit schwierigen Bedingungen zurecht und helfe dabei, geschädigte Flächen wiederzubeleben – etwa nach Bränden oder Sturmschäden. Damit schaffe sie gewissermaßen die Grundlage für andere Baumarten.
Auch für Tiere spiele sie eine wichtige Rolle. Viele Insekten und Vogelarten seien auf sie angewiesen, so Klaus. Das Holz sei leicht und flexibel und werde unter anderem für Möbel, Innenausbau oder auch für Streichhölzer und Holzprodukte genutzt.
Spannend ist auch der Blick in die Vergangenheit: Schon im Mittelalter sei die Zitterpappel in der Heilkunde verwendet worden. Aus Rinde, Blättern und Triebspitzen seien Stoffe gewonnen worden, die unter anderem bei Schmerzen, Entzündungen oder Fieber eingesetzt wurden.
Nach der Pflanzung nutzte Bürgermeister Dirk Flörke die Gelegenheit, dem Heimatbund für die Initiative zu danken. Gleichzeitig wünschte er sich, dass es künftig noch mehr solcher Projekte für die Stadt geben wird.
Weitere Projekte zu 800 Jahre Parchim geplant
Der Heimatbund Parchim hat für das Jubiläumsjahr 2026 – 800 Jahre Parchim – bereits weitere Vorhaben angekündigt. Geplant seien unter anderem neue Beschilderungen aus Granitstein für die historischen Färbergrabenbrücke, Wasserbergbrücke und Krämerbrücke, eine Briefmarkensonderedition mit markanten Gebäuden der Stadt Parchim sowie ein Gedenkstein für den ehemaligen Forstsenator Wilhelm Evers im Stadtwald in Erinnerung an sein Wirken vor über 100 Jahren für den Douglasien Bestand im Sonnenberg, informiert Vereinsmitglied Hanne Sellnow. Im Sommer soll außerdem eine geführte Waldwanderung zu diesem historischen Ort stattfinden.
Interessierte können sich beim Parchimer Heimatbund informieren oder mitmachen – auch ohne Mitglied zu sein. Informationen gibt es unter www.heimatbund-parchim.de.
Zum Schluss bedankte sich der Verein bei seinen Sponsoren für die Unterstützung. Ohne diese Hilfe wären viele Projekte in dieser Form nicht möglich.



