Amphibienschutz in der Uckermark: Freiwillige für Zaunbau an der Lychener Chaussee gesucht
Mit dem Frühlingserwachen beginnt für Kröten, Frösche und Molche die gefährliche Wanderung zu ihren Laichgewässern. Der NABU Templin und die Naturwacht im Naturpark Uckermärkische Seen setzen sich dafür ein, die geschützten Amphibien sicher über die Straßen zu bringen. An der Lychener Chaussee im Boitzenburger Land soll nun bereits im dritten Jahr ein spezieller Schutzzaun errichtet werden.
Zaunbau am 27. Februar: Helfende Hände willkommen
Für den Aufbau des Amphibienschutzzauns am 27. Februar ab 13 Uhr werden dringend Freiwillige gesucht. Interessierte können sich bei der Naturwacht telefonisch unter 039888/43517 oder per E-Mail an [email protected] melden. Der gemeinsame Einsatz macht den Zaunbau zu einer effizienten und sinnvollen Gemeinschaftsaktion.
Der praktische Ablauf ist gut strukturiert: Zuerst wird die spezielle Zaunfolie ausgerollt, dann mit dem Spaten eine Rille ausgehoben, in die der Zaun versenkt und mit Erde beschwert wird. Metallstangen dienen der stabilen Befestigung und zum Spannen der Folie. Auf der straßenabgewandten Seite werden alle zehn Meter Fangeimer ebenerdig eingegraben.
Wie der Schutzzaun funktioniert
„Die Tiere stoßen auf ihrem Weg zum Laichgewässer auf den Zaun und versuchen, ihn zu umwandern. Dabei fallen sie in unsere Eimer“, erklärt Rangerin Katrin Lange das einfache wie wirkungsvolle Prinzip. Bis zum Ende der Amphibienwanderung im April werden die Fangeimer täglich kontrolliert. Jedes Tier wird dabei nach Art und Geschlecht erfasst, bevor es sicher über die Straße getragen wird, um seine Wanderung fortsetzen zu können.
Thomas Volpers vom NABU Templin betont die idealen Wanderbedingungen: „Nachttemperaturen von etwa sechs Grad Celsius und Regen sind ideale Wanderbedingungen für Kröten, Frösche und Molche.“ Doch die Wanderung birgt große Gefahren.
Gefahren auf der Straße und Schutzmaßnahmen
Amphibien sind nicht nur durch direktes Überfahren gefährdet, sondern auch durch den Druck, der bei hohen Geschwindigkeiten unter dem Auto entsteht. Daher gilt in diesem Straßenabschnitt zwischen 18 und 9 Uhr ein Tempolimit von 30 km/h. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung schützt nicht nur die Tiere, sondern auch die Ehrenamtlichen, die morgens die Amphibien über die Straße tragen.
„Den Amphibien zuliebe bitten wir alle Verkehrsteilnehmer, entsprechend langsam zu fahren“, appelliert Naturwächterin Wibke Avenhaus an die Rücksichtnahme der Autofahrer.
Besorgniserregender Rückgang der Amphibienpopulation
Amphibien gehören zu den geschützten Arten in Brandenburg, doch landesweit ist ihre Zahl in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. „Besonders der Moorfrosch ist davon betroffen, dessen hellblaue Männchen in großen Gruppen bis vor wenigen Jahren eine Attraktion in unserer Region darstellten“, erläutert Thomas Volpers die besorgniserregende Entwicklung.
Trockene Frühjahre stellen ein großes Problem für Amphibien dar, da sie auf feuchte Bedingungen angewiesen sind. „Auch die Zerstörung und Zerschneidung ihres Lebensraums führt landesweit zum Rückgang von Fröschen, Molchen und Kröten“, so Volpers weiter. Die Schutzmaßnahmen an der Lychener Chaussee sind daher ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der bedrohten Arten.
Der Amphibienschutzzaun zeigt, wie engagierte Naturschützer und Freiwillige gemeinsam konkrete Maßnahmen zum Artenschutz umsetzen können. Jede helfende Hand trägt dazu bei, dass mehr Amphibien sicher ihre Laichgewässer erreichen und so zum Erhalt der biologischen Vielfalt in der Uckermark beitragen.



