App-gestützte Wildbienen-Zählung startet am Weltbienentag
App zählt Wildbienen am Weltbienentag

Der Weltbienentag am 20. Mai rückt die Wildbienen in den Fokus. Eine neue App ermöglicht erstmals eine flächendeckende Zählung der Insekten in Siedlungsräumen. Das Unternehmen Wildbiene + Partner ruft gemeinsam mit Naturinteressierten zur ersten appgestützten Zählung von Wildbienen auf.

So funktioniert die Zählung

Am 20. Mai sollen Nutzer mit der kostenfreien MyBeeHome-App ihre Bienenhotels fotografieren. Eine integrierte Bilderkennung ermittelt, wie viele Niströhren verschlossen sind. Das ist ein Hinweis auf erfolgreiche Bruten. In den Folgetagen können Nutzer Artvorschläge prüfen und so die Genauigkeit der Auswertung erhöhen. Die App ist kostenfrei im App-Store und bei Google Play erhältlich.

Warum die Zählung wichtig ist

Bisher fehlen belastbare Zahlen zu Wildbienen in Siedlungsräumen. Wissenschaftliche Erhebungen konzentrieren sich häufig auf Schutzgebiete oder landwirtschaftliche Flächen. Von den rund 585 in Deutschland heimischen Wildbienenarten gilt etwa die Hälfte als gefährdet. „Jedes fotografierte Bienenhotel ist ein wichtiges Puzzleteil. Wenn viele Menschen zeitgleich mitmachen, erhalten wir eine großflächige Momentaufnahme der verschiedenen Wildbienenpopulationen“, sagt Tom Strobl, Biologe bei Wildbiene + Partner.

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Langfristige Erkenntnisse

Langfristig könnten standardisierte Erfassungen Entwicklungen mit Faktoren wie Klima, Lebensraumveränderungen oder dem lokalen Blütenangebot in Zusammenhang bringen. Viele Wildbienenarten fliegen nur 200 bis 300 Meter weit. Ob sie Nahrung und Nistplätze finden, entscheidet häufig der Zustand einzelner Gärten und Balkone. Reihen sich naturnahe Flächen aneinander, entstehen Trittsteine – ein Netz aus Lebensräumen, das den Austausch zwischen Populationen erleichtert.

Tipps für den eigenen Garten

Wer etwas für Wildbienen tun möchte, sollte eine Mischung aus Früh-, Sommer- und Spätblühern pflanzen, vor allem heimische Wildstauden wie Glockenblume, Natternkopf oder Wiesensalbei. Gefüllte Zierblüten bieten dagegen kaum Pollen. Etwa 70 Prozent der Wildbienen nisten im Boden; offene, sandige Stellen, Totholz und stehen gelassene Stängel sind geeignet. Für Arten, die in Hohlräumen nisten, sind sauber gebohrte Niströhren wichtig. Auf chemische Pflanzenschutzmittel sollte verzichtet werden.

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