„Och, horch' doch mal, wie schön!“: Dorfstörche begeistern mit lautem Balzritual in der Uckermark
Dorfstörche in Uckermark: Lautes Balzritual begeistert Einwohner

„Och, horch' doch mal, wie schön!“: Das ganze Dorf lauscht dem Storchenpaar beim Vorspiel

Seit einem Vierteljahrhundert lebt die Redakteurin Claudia Marsal auf dem platten Land der Uckermark. Als gebürtiges Plattenbaukind faszinierten sie von Anfang an die Natur und die Ruhe des ländlichen Lebens. Doch aktuell wird diese Idylle von einem besonderen Geräusch durchbrochen: Lautes, rhythmisches Geklapper erfüllt die Luft und zieht die Aufmerksamkeit aller Dorfbewohner auf sich.

Die Klappermacher auf dem Kirchturm

Die beiden Dorfstörche haben ihren Balztanz auf den Baum an der Kirche verlegt und sorgen damit für ein ungewöhnliches Hörerlebnis. Kaum zu glauben, wie viel Kraft in den Kehlen dieser schlanken Vögel steckt. „Aber warum klappern die beiden eigentlich so?“, fragte sich Marsal beim gemeinsamen Abendbrot mit ihrer Familie.

Die erste Antwort war simpel: „Weil das so ist, daher rührt doch auch der Name.“ Doch die neugierige Journalistin wollte es genauer wissen und begann mit einer kleinen Recherche.

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Faszinierende Fakten über das Storchenklappern

In der Fachliteratur fand Marsal bestätigt, dass der Weißstorch wie die meisten seiner Artverwandten außer Zischlauten und Schnabelklappern keine Töne von sich geben kann. Der Stimmapparat dieser majestätischen Vögel ist nur sehr schwach ausgeprägt.

Das Klappern dient mehreren wichtigen Zwecken:

  • Verständigung untereinander, etwa zur Begrüßung des Partners am Nest
  • Balzritual als Vorspiel für die Paarung
  • Verteidigung gegen Eindringlinge und Revierabgrenzung

Der charakteristische Ton entsteht, wenn beide Schnabelhälften schnell aufeinandergeschlagen werden. Interessanterweise fangen bereits die Jungstörche im Nest mit diesem Klappern an – es ist ihnen angeboren und muss nicht erlernt werden.

Ein treues Paar oder neue Bewohner?

Spannend ist die Frage, ob es sich bei den beiden Krachmachern noch um dasselbe Paar handelt wie vor Jahren. Experten zufolge können Weißstörche in freier Natur bis zu 35 Jahre alt werden. Anders als beim Menschen soll die Fortpflanzungsfähigkeit bis zum natürlichen Lebensende erhalten bleiben.

„Hut ab, liebes Storchenpaar, Hut ab!“, kommentiert Marsal bewundernd. Selbst wenn es in dieser Saison keinen Nachwuchs mehr geben sollte – beim Balzen haben die beiden auf jeden Fall ihren Spaß, und das ganze Dorf darf daran teilhaben.

Das Naturschauspiel zeigt einmal mehr, wie bereichernd das Leben auf dem Land sein kann. Was für Stadtbewohner vielleicht nur als störender Lärm erscheinen mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als faszinierendes Ritual aus der Tierwelt, das die Dorfgemeinschaft zusammenschweißt und für Gesprächsstoff sorgt.

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