Foodtruck-Betreiber wegen systematischem Sozialabgaben-Betrug festgenommen
In Neu-Ulm ist ein 37-jähriger Gastronom festgenommen worden, dem Betrug in Millionenhöhe vorgeworfen wird. Der Mann soll über einen Zeitraum von vier Jahren die Sozialkassen um mehr als eine Million Euro geprellt haben, indem er systematisch Sozialversicherungsbeiträge unterschlug.
Zollkontrolle bringt Betrugsmasche ans Licht
Eine routinemäßige Foodtruck-Kontrolle im vergangenen Jahr führte zur Aufdeckung des umfangreichen Betrugs. Zollbeamten fielen bei ihrer Überprüfung gravierende Unstimmigkeiten auf, die eine genauere Untersuchung der Geschäftsbücher notwendig machten. Die Ermittler stellten fest, dass der Gastronom überhaupt keine Meldungen an die Sozialkassen vorgenommen hatte.
Besonders dreist: Der Beschuldigte verfügte nicht einmal über die erforderliche Lizenz für Arbeitnehmerüberlassung, obwohl er rund 300 Arbeitskräfte für Catering-Dienste und Veranstaltungen vermittelt hatte.
Systematische Verschleierung von Millionen-Löhnen
Das Hauptzollamt Ulm teilte mit, dass der Mann mindestens eine Million Euro an Gehältern vor den Sozialkassen verschwiegen habe. Über vier Jahre hinweg soll er ein ausgeklügeltes System zur Umgehung der Sozialabgaben aufgebaut haben.
Sein Vorgehen war dabei bemerkenswert unverblümt: Gehaltsabrechnungen verschickte er einfach per WhatsApp-Nachrichten, die Bezahlung erfolgte entweder über mobile Zahlungs-Apps oder in bar – komplett ohne offizielle Dokumentation oder Meldung an die zuständigen Behörden.
Razzia mit spektakulären Funden
Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Ermittler nicht nur Bargeld, sondern auch diverse Luxusgüter. Zudem fanden die Fahnder offene Rechnungen im sechsstelligen Bereich, die weitere finanzielle Verpflichtungen des Beschuldigten belegen.
Seit dem 25. März 2026 befindet sich der 37-Jährige in Untersuchungshaft. Die Behörden haben sein Vermögen vorläufig eingefroren, da die Ermittler weitere versteckte Vermögenswerte vermuten. Parallel laufen intensive Ermittlungen wegen des dringenden Verdachts auf Schwarzarbeit in erheblichem Umfang.
Die Behörden betonen, dass solche systematischen Umgehungen von Sozialabgaben nicht nur den Staat schädigen, sondern auch die Solidargemeinschaft der Sozialversicherten beeinträchtigen. Die Ermittlungen dauern an, während der Beschuldigte sich in Haft befindet und mit ernsthaften Konsequenzen rechnen muss.



