Fischadler-Nest in Goitzsche-Wildnis bleibt leer: Raben übernehmen Horst
In der Goitzsche-Wildnis im Altkreis Bitterfeld herrscht gedämpfte Stimmung beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Seit 2009 brüteten jedes Jahr Fischadler in einem Nest auf einem alten Tagebau-Gittermast, doch in dieser Saison ist der Horst verwaist. Eine installierte Videokamera dokumentiert die unerwartete Entwicklung: Statt des erhofften Fischadler-Nachwuchses haben Raben das alte Krähennest unter dem Fischadler-Horst bezogen.
Tradition droht vorerst zu enden
Der Fischadler-Horst des BUND in der Nähe von Pouch und Schlaitz bleibt in diesem Jahr leer, was eine langjährige Tradition unterbricht. Vom Weibchen fehlt jede Spur, und Nachwuchs wird es dort in dieser Saison wohl nicht geben. Die Videokamera, die normalerweise das Brutgeschehen der Fischadler beobachtet, enthüllte stattdessen die neue Besetzung durch Raben. Diese Entdeckung wirft Fragen auf: Schrecken die Raben die Fischadler zusätzlich ab oder ist dies ein natürlicher Wandel im Ökosystem?
BUND dokumentiert Veränderungen
Der BUND nutzt die Videotechnik, um das Treiben im Nest zu beobachten und zu dokumentieren. Die aktuelle Situation zeigt, wie dynamisch die Natur in der Goitzsche-Wildnis ist. Während die Fischadler ausbleiben, nutzen Raben die Gelegenheit, das alte Krähennest zu besetzen. Experten des BUND analysieren die Aufnahmen, um mögliche Ursachen für das Fehlen der Fischadler zu ermitteln und die Auswirkungen auf die lokale Vogelpopulation zu bewerten.
Die Goitzsche-Wildnis, ein renaturiertes Tagebaugebiet, gilt als wichtiger Lebensraum für seltene Vogelarten. Die Entwicklung am Fischadler-Horst unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher Beobachtung und Schutzmaßnahmen. Der BUND bleibt wachsam, um die Zukunft der Fischadler in der Region zu sichern und die natürlichen Prozesse zu verstehen.



