Frühlingserwachen im Botanischen Garten: Tulpen, Narzissen und Kirschblüten entfalten ihre Pracht
Frühlingserwachen: Blütenpracht im Botanischen Garten

Frühlingserwachen im Botanischen Garten: Blütenpracht nach kalten Tagen

Pünktlich zum Osterwochenende kehrt die Sonne zurück und die Temperaturen steigen auf bis zu 18 Grad. Dieses milde Frühlingswetter begeistert nicht nur die Münchner Bevölkerung, sondern lässt auch die Pflanzenwelt im Botanischen Garten erstrahlen. Nach frostigen Tagen öffnen sich nun Tulpen, Narzissen, Magnolien und Kirschblüten in voller Schönheit.

Vielfalt auf 21 Hektar: Ein Paradies für Frühlingsspaziergänge

Auf einer Fläche von knapp 21 Hektar – das entspricht etwa 30 Fußballfeldern – präsentiert der Botanische Garten München Pflanzen aus aller Welt. Der Garten ist täglich geöffnet: Die Gewächshäuser können von 9 bis 17.30 Uhr besucht werden, das Freigelände bis 18 Uhr. Der reguläre Eintritt beträgt 5,50 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schüler über 18 Jahre haben freien Zutritt.

Gärtnerin Huber: „Für die geistige Gesundheit ist Gärtnern richtig gut“

Seit 13 Jahren arbeitet Pflanzenfreundin Huber als Gärtnerin, davon fünf Jahre im Schmuckhof des Botanischen Gartens. Dort gestaltet sie mit ihren Kollegen jedes Jahr neue Muster für die Pflanzungen. „Ich wollte einfach etwas mit meinen Händen machen“, erzählt sie über ihren Berufseinstieg. „Pflanzen haben mir schon immer gefallen.“ Heute übt sie ihren Beruf mit großer Leidenschaft aus und betont: „Gärtnern ist fast meditativ. Für die geistige Gesundheit ist es richtig gut.“

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Die Arbeit ist jedoch auch körperlich fordernd: Bei Kälte im Freien arbeiten, knien beim Unkrautjäten oder sich beim Rosenschneiden verletzen – all das gehört dazu. Trotzdem schätzt Huber die Abwechslung und direkte Arbeit mit den Pflanzen. Auf die Frage nach ihrer Lieblingspflanze antwortet sie lachend: „Eine Mutter hat auch kein Lieblingskind. Ich mag alle Pflanzen gerne.“

Die Frühblüher im Detail: Von Forsythie bis Magnolie

Die Knallige: Forsythie

Bereits im Februar öffnet die Forsythie ihre leuchtend gelben Blüten und durchbricht mit ihrer intensiven Farbe die graue Frühlingslandschaft. Die robusten Sträucher vertragen Kälte gut und benötigen nur gelegentlichen Schnitt nach der Blüte.

Die Frühlingsboten: Narzissen

Auch bekannt als Osterglocken, blühen Narzissen etwa zwei bis drei Wochen und gelten als äußerst robust. Einige Exemplare im Botanischen Garten zeigten bereits im Dezember vorzeitig Blüten aufgrund milder Temperaturen, überstanden aber die kalten Wochen unbeschadet.

Der Klassiker: Tulpen

Besonders faszinierend findet Gärtnerin Huber an Tulpen, dass die komplette Pflanze bereits im Herbst in der Zwiebel angelegt wird. „Die Blüte ist schon in der Zwiebel drin. Die Schalen sind quasi die Blätter“, erklärt sie.

Der Leuchtende: Blaustern

Wie ein blaues Blütenmeer zieht sich der Blaustern durch mehrere Beete im Schmuckhof. Die ausdauernden Pflanzen vermehren sich über Zwiebeln und bilden über Jahre dichte Teppiche.

Die Geheimnisvolle: Nieswurz

In antikem Altrosa und tiefem Schwarz-Lila setzt die Nieswurz zwischen klassischen Frühlingsblühern ungewöhnliche Akzente. Die winterharte Staude zeigt ihre schalenförmigen Blüten oft bereits im Spätwinter.

Der Social-Media-Star: Zierkirsche

Ein absoluter Frühlings-Hit ist die Zierkirsche, die jedes Jahr Besucher als beliebtes Fotomotiv anzieht. Die zarten Blüten vertragen Frost nur schlecht, aber der Baum selbst ist robust. Mit den wärmeren Temperaturen dürften die Knospen nun endlich aufbrechen.

Die Robusten: Veilchen

In einem länglichen Beet bilden Veilchen, auch bekannt als Stiefmütterchen, ein fröhliches Blumenbild in Form eines Smileys mit drei Herzen. Die robusten Pflanzen werden bereits im Herbst gepflanzt und öffnen pünktlich Anfang März ihre Blüten.

Die Charaktervolle: Magnolie

Die rosa Blüten der Magnolie leuchten im Frühling in vielen Straßen, doch nach den kalten Tagen halten sich die zarten Blüten noch zurück. „Den schneidet man so gut wie gar nicht, außer wenn Äste abgestorben sind“, erklärt Huber. Bis zur Eiszeit war die Magnolie im Alpenraum heimisch, heute stammen die meisten Exemplare aus Asien.

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Besondere Gestaltung: Der Smiley aus Blumen

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist ein Beet, das als freundlicher Smiley mit drei Herzen gestaltet wurde – inspiriert von einem Smartphone-Emoji. Im Herbst wurden dafür über 60.000 Pflanzen im gesamten Schmuckhof eingesetzt.

Mit den wärmeren Temperaturen erwacht nun die gesamte Pflanzenwelt im Botanischen Garten zum Leben. Bienen summen zwischen den Blütenblättern und bestäuben die Frühjahrsblüher, während Besucher die blühende Pracht in voller Schönheit bewundern können. Ein Frühlingsspaziergang durch den Garten bietet nicht nur botanische Vielfalt, sondern auch eine wertvolle Auszeit für die mentale Gesundheit.