Vogelwelt in der Uckermark: Geistereulen und Graureiher faszinieren bei Jahrestagung in Templin
Geistereulen und Graureiher faszinieren bei Templiner Tagung

Vogelwelt in der Uckermark: Geistereulen und Graureiher faszinieren bei Jahrestagung in Templin

Jedes Jahr im März verwandelt sich das historische Rathaus von Templin in ein uckermärkisches Mekka für Vogelliebhaber und Naturschützer. Die Jahrestagung der Fachgruppe Ornithologie und Artenschutz, ein fester Höhepunkt im Kalender des NABU-Regionalverbands Templin e.V., zieht dann die Blicke auf sich. Mit 32 aktiven Mitgliedern bietet die Fachgruppe eine beeindruckende Bandbreite an Erfahrungen und Leidenschaften, die sich das ganze Jahr über in gemeinsamen Exkursionen und regelmäßigen Treffen entfalten.

Treffen im Historischen Rathaus mit seltenen Einblicken

Am 28. März ist es wieder soweit: Im Ambiente des historischen Rathauses, in den Räumen des Seniorenclubs, treffen sich die Mitglieder und interessierte Gäste von 8.30 bis 14 Uhr zu diesem besonderen Ereignis. Fachgruppenleiter Bodo Giering aus Boitzenburg betont, dass Gäste und neue Mitstreiter herzlich willkommen sind – und es gibt gute Gründe, seiner Einladung zu folgen.

So wird Olaf Rochlitz von einer ornithologischen Sensation berichten: den seltenen „Geistereulen“-Bruten mit rein weißen Jungvögeln, die selbst erfahrene Vogelfreunde stets in Staunen versetzen. Gemeinsam mit Helmut Schmidt betreut Rochlitz seit über zwei Jahrzehnten ein Nistkastenprojekt für Schleiereulen in der Region Schwedt. Solch seltene Einblicke in die Natur sind ein Höhepunkt, der kaum einen kaltlässt.

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Jugendforschung und beeindruckende Graureiherkolonien

Auch die Jugend bringt frischen Wind in die Veranstaltung: Erstmals präsentieren Abiturienten des Templiner Gymnasiums ihre vogelkundlichen Jahresarbeiten. Anton Menz hat die klimatischen Einflüsse auf das Zugverhalten von Vögeln untersucht, während Lotta Maaß dem Verhalten von Rabenvögeln auf dem Schulhof ihres Gymnasiums auf den Grund gegangen ist. Ihre Ergebnisse versprechen spannende Erkenntnisse aus Sicht der jüngeren Generation.

Die Erfolgsgeschichte der Graureiherkolonie in Boitzenburg wird ebenfalls eindrucksvoll beleuchtet. Aus einem einzelnen Horst hat sich hier eine beachtliche Kolonie entwickelt, die mittlerweile an zwei Standorten 37 Horste zählt. Eine Entwicklung, über die Bodo Giering selbst berichten wird.

Fledermausschutz und historische Kartierungsprojekte

Doch nicht nur Vögel stehen im Fokus: Torsten Blohm, ein Experte für Fledermäuse, wird die Zuhörer mit einem Vortrag über den Fledermausschutz in der Uckermark fesseln. Seine Einblicke in die Welt der fliegenden Kleinsäuger versprechen, ebenso spannend wie informativ zu werden.

Gegen Tagungsende geht es um aktive Mitarbeit: Norbert Leichnitz ruft die Mitglieder zu einer besonderen Aktion auf. Die historische Chance, die akribische Brutvogelkartierung der Jahre 1978 bis 1982 mit aktuellen Daten zu untermauern, könnte der Region wertvolle Erkenntnisse über die Bestandsentwicklungen liefern. Eine Herausforderung, die ehrenamtlich nur mit abgestimmtem, gemeinschaftlichem Engagement zu schultern ist.

Erstnachweis und regelmäßige Aktivitäten

Bevor der Tag endet, werden die Teilnehmer mit allgemeinen Informationen und dem Jahresbericht, traditionell zusammengestellt von Wolf-Hasso Seybold und Bodo Giering, versorgt. Bereits jetzt kann verraten werden, dass mit der Mantelmöwe ein erfreulicher neuer Erstnachweis für die Artenliste des Altkreises Templin gelungen ist.

Diese Jahrestagung verspricht nicht nur für die Fachgruppenmitglieder ein Erlebnis zu werden – der Mix aus Expertenwissen, jugendlichem Forschergeist und gemeinschaftlichem Tatendrang macht sie gewiss für alle Vogel- und Naturliebhaber zu einem besonderen Höhepunkt im Vereinsleben.

Wer den Termin nicht wahrnehmen kann, ist auch bei den regelmäßigen Fachgruppen-Abenden willkommen oder kann sich nach Absprache zu den gemeinsamen Exkursionen, die im April, Mai und Juni stattfinden, anmelden. Die Fachgruppe trifft sich von September bis März (außer im Dezember) immer am letzten Freitag des Monats ab 18.30 Uhr im Templiner Historischen Rathaus. Dort können sich Interessierte ungezwungen über jüngste Beobachtungen und naturschutzrelevante Themen austauschen.

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