Hummelforschung für alle: Bürgerwissenschaftler gesucht für bundesweite Insektenzählung
Frühlingssonne und blühende Landschaften locken derzeit wieder zahlreiche Hummeln an. Naturbegeisterte haben jetzt die Möglichkeit, aktiv an der Erforschung dieser wichtigen Insekten mitzuwirken – mit einfachen Mitteln und praktischen Tipps.
So funktioniert die Hummel-Challenge
Vom 20. März bis zum 9. April 2026 ruft eine Kooperation aus dem Bund für Umwelt und Naturschutz Bayern und dem Thünen-Institut in Braunschweig zur bundesweiten Hummel-Challenge auf. Die Teilnahme ist denkbar einfach: Smartphone bereithalten, Hummeln in der Natur fotografieren und die Aufnahmen über die kostenlose App „ObsIdentify“ melden.
Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wie die Organisatoren betonen. Eine integrierte Künstliche Intelligenz analysiert die hochgeladenen Fotos und bestimmt automatisch die Hummelart. Zur Qualitätssicherung überprüfen erfahrene Hummelexperten zusätzlich alle eingereichten Meldungen.
Praktische Fototipps für erfolgreiche Hummelbilder
Sophie Ogan, Projektverantwortliche am Thünen-Institut, erklärt: „Die besten Chancen, verschiedene Hummelarten zu entdecken, bieten Standorte mit einer großen Vielfalt an Blütenpflanzen.“ Für optimale Aufnahmen empfiehlt sie:
- Hummeln beim Blütenbesuch fotografieren, da sie beim Sammeln von Pollen und Nektar kurz stillhalten
- Vollständige und scharfe Abbildung der Hummel sicherstellen
- Wenn möglich, auch die Wirtspflanze erkennbar abbilden – dies erhöht den wissenschaftlichen Wert der Meldung
Wichtige Verhaltensregeln und Forschungserfolge
Der BUND weist ausdrücklich darauf hin, dass Hummeln unter gesetzlichem Schutz stehen. Sie dürfen weder gestört, gefangen noch getötet werden. Martina Gehret, BUND-Projektverantwortliche, ergänzt: „Besonders im Frühjahr sind die Hummelköniginnen unterwegs, die mit kühlem Wetter und knappem Nahrungsangebot kämpfen. Jede Meldung hilft, ihre Verbreitung besser zu verstehen.“
Die bisherigen Erfolge der Aktion sind beachtlich: In den Vorjahren konnten durch Bürgerbeteiligung seltene Arten wie die Mooshummel an der Nordseeküste, die Eisenhuthummel und die Pyrenäenhummel im Alpenraum nachgewiesen werden. Besonders bemerkenswert war die Dokumentation der Tonerdhummel im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen – der erste Nachweis dieser Art in Deutschland überhaupt.
Die Hummel-Challenge zeigt eindrucksvoll, wie Bürgerwissenschaft entscheidend zur Erforschung der Artenvielfalt beitragen kann. Mit minimalem Aufwand können Naturfreunde wertvolle Daten sammeln, die Forschern helfen, das Vorkommen und die Verbreitung dieser wichtigen Bestäuber besser zu verstehen und zu schützen.



