Wildkatzen-Rückkehr in der Feldberger Seenlandschaft? Naturschützer starten Spurensuche
Wildkatzen-Rückkehr? Naturschützer starten Spurensuche

Wildkatzen-Rückkehr in der Feldberger Seenlandschaft? Naturschützer starten Spurensuche

In der malerischen Feldberger Seenlandschaft ist eine spannende Naturschutzaktion im Gange. Freiwillige und Fachleute wollen herausfinden, ob die Wildkatze, die hier seit 1812 als ausgerottet gilt, wieder in ihre alte Heimat zurückkehrt. Mit einer ausgeklügelten Methode aus Lockstöcken und Fotofallen legen sich die Naturschützer auf die Lauer.

Lockstöcke und Fotofallen als Detektivwerkzeuge

Axel Griesau, Wachtleiter im Naturpark Feldberger Seenlandschaft, und sein Team nutzen die aktuelle Paarungszeit der Tiere für ihre Untersuchungen. An handelsüblichen Dachlatten, die in den Boden gerammt wurden, bringen sie spezielle Lockstoffe an. Diese Duftmittel sind für paarungswillige Wildkatzen unwiderstehlich.

Alle fünf bis sieben Tage kontrollieren freiwillige Helfer die insgesamt 15 Lockstöcke. Dabei sammeln sie gefundene Haare ein, rauen die Holzoberflächen wieder auf und tragen frischen Lockstoff auf. An zwei besonders vielversprechenden Standorten wurden zusätzlich Fotofallen installiert, um mögliche Sichtungen dokumentieren zu können.

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Haaranalysen bringen Gewissheit

Die gesammelten Haarproben werden sorgfältig in Umschlägen verpackt und zunächst an Fachleute vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) geschickt. Bei Verdacht auf Wildkatzenhaare geht das Material zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, wo genetische Analysen endgültige Klarheit schaffen.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wildkatze sich wieder in die Region ansiedelt, ist gar nicht mal so gering“, erklärt Axel Griesau. In der nahen Schorfheide wurde die Wildkatze bereits genetisch nachgewiesen, und die Distanz bis in die Feldberger Seenlandschaft wäre für die scheuen Tiere durchaus überwindbar.

Eine Art mit schwieriger Überlebensgeschichte

Die Wildkatze, die optisch ihrer domestizierten Verwandten ähnelt, aber durch buschigeren Schwanz und kräftigere Statur unterscheidbar ist, meidet den Menschen konsequent und gilt als nicht zähmbar. Ihr Überleben ist jedoch von vielen Faktoren bedroht:

  • Hohe Jungensterblichkeit durch Kälte und Nahrungsmangel
  • Gefährdung durch Straßenverkehr
  • Natürliche Fressfeinde wie Adler, Uhu, Wolf oder Fuchs

Der Naturpark bittet daher um Meldungen von Totfunden, die auf Wildkatzen hindeuten könnten – auch wenn dies natürlich nicht die erwünschte Nachweismethode wäre.

Historischer Kontext und aktuelle Hoffnungen

Seit dem Jahr 1812, als in der Feldberger Seenlandschaft die letzte Wildkatze geschossen wurde, galt die Art hier als ausgestorben. Die aktuellen Untersuchungen könnten dieses traurige Kapitel nun revidieren. Die Lockstöcke wurden in enger Abstimmung mit Revierförstern und Grundstückseigentümern aufgestellt.

Sollte die Methode erfolgreich sein und ein Nachweis gelingen, wäre dies ein bedeutender Erfolg für den Artenschutz. Es würde bedeuten, dass die Wildkatze tatsächlich in eine Region zurückkehrt, in der sie einst heimisch war – ein ermutigendes Zeichen für die Widerstandsfähigkeit der Natur.

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