Feuerwehr in Bad Ditzenbach bekämpft massiven Schaumteppich nach Chemieunfall in der Fils
Schaumteppich in Fils: Feuerwehr im Dauereinsatz nach Chemieunfall

Feuerwehreinsatz in Bad Ditzenbach: Chemieunfall verursacht Schaumteppich auf der Fils

Die Feuerwehr im baden-württembergischen Bad Ditzenbach befindet sich seit zwei Tagen im anhaltenden Einsatz. Ein folgenschwerer Unfall mit einem Tanklaster hat zu einem dichten Schaumteppich auf der Fils geführt, der die Einsatzkräfte vor erhebliche Herausforderungen stellt.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung

Gegen einen 32-jährigen Tankwagenfahrer und einen weiteren 30-jährigen Mann wird wegen des Vorfalls ermittelt. Ihnen wird fahrlässige Gewässerverunreinigung vorgeworfen, wie die Polizei mitteilte. Aus bisher ungeklärter Ursache traten beim Abkoppeln eines Schlauches vom Lastwagen etwa 2000 Liter Tenside aus, die für die Seifenherstellung bestimmt waren. Der 30-Jährige versuchte noch, die Schlauchverbindung wiederherzustellen, wobei er sich Verletzungen im Gesicht zuzog.

Feuerwehr konnte nur die Hälfte der Chemikalien auffangen

Die Feuerwehr konnte lediglich die Hälfte der ausgetretenen Stoffe auffangen. Der andere Teil gelangte über die Kanalisation in eine Sammelkläranlage und von dort – teilweise über Regenüberlaufbecken – in die Fils. Aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit bildete sich ein dichter Schaumteppich, der auch aus Gullydeckeln drang. Die nebenan verlaufende Bundesstraße 466 war über mehrere Stunden voll gesperrt, Polizei, Feuerwehr, Straßenmeisterei und Umweltbehörden waren im Einsatz.

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Tote Fische entdeckt – Fischereiverbot verhängt

Nach dem Vorfall wurden vereinzelt verendete Forellen entdeckt. Ob dies direkt mit dem Unfall zusammenhängt, bleibt zunächst unklar. Das Landratsamt schätzt die Gefahr für Fische als gering ein, da das Tensid nicht direkt in die Fils geleitet wurde, sondern als Schaum auf der Oberfläche schwimmt. Dennoch wurde vorsorglich ein Fischereiverbot erlassen, das aufgehoben wird, sollte in den kommenden fünf Tagen kein Fischsterben auftreten. Wasser- und Schaumproben werden derzeit analysiert, und zum Schutz der Gewässer wurden einleitende Mühlkanäle geschlossen.

Keine Gefahr für Menschen, aber Vorsichtsmaßnahmen

Für die Menschen in der Region besteht laut Polizei keine unmittelbare Gefahr. Experten zufolge ist der Stoff im verdünnten Zustand für Menschen ungefährlich. Dennoch rät das Landratsamt vorsorglich, den Kontakt mit dem kontaminierten Flusswasser zu vermeiden. Das Trinkwasser ist nicht betroffen, obwohl in Deggingen und Bad Überkingen Tenside festgestellt wurden. Diese Orte werden derzeit mit frischem Wasser aus anderen Leitungen versorgt.

Die Lage hat sich inzwischen nach Auskunft der Behörden entspannt, aber die Ermittlungen zur Haftungsfrage dauern an. Die Feuerwehr überwachte die Schaumsituation auch in der Nacht, um weitere Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren.

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