Newcastle-Krankheit in Brandenburg: Weitere 200.000 Vögel müssen getötet werden
In Brandenburger Geflügelbetrieben greift die hochansteckende Newcastle-Krankheit weiter um sich. Das Umweltministerium des Landes hat nun zwei zusätzliche Ausbrüche der Tierseuche amtlich bestätigt, was zur tierschutzgerechten Tötung von weiteren 200.000 Vögeln führt.
Neue Ausbrüche in zwei Landkreisen
Im Landkreis Dahme-Spreewald wurden zwei neue Fälle der Newcastle-Erkrankung festgestellt. In einem großen Masthähnchenbetrieb sind etwa 120.000 Tiere betroffen, während bei einem Kleinsthalter lediglich rund 30 Vögel infiziert sind. Parallel dazu hat sich die Seuche in einem bereits betroffenen Betrieb im Landkreis Spree-Neiße auf weitere Ställe ausgebreitet, wo etwa 76.000 Tiere der Tötung zum Opfer fallen müssen.
Das Brandenburger Umweltministerium in Potsdam betonte, dass zu den erforderlichen Maßnahmen neben der tierschutzgerechten Tötung aller infizierten Tiere auch die Einrichtung spezieller Zonen gehört. Im Radius von mindestens drei Kilometern um jeden Ausbruchsbestand wird eine Schutzzone eingerichtet, während eine Überwachungszone im Umkreis von mindestens zehn Kilometern besondere Auflagen für Geflügelhalter vorsieht.
Was ist die Newcastle-Krankheit?
Die Newcastle-Krankheit, die auch als atypische Geflügelpest bezeichnet wird, ist eine extrem ansteckende Virusinfektion bei Vögeln. In Deutschland war diese Tierseuche zuletzt vor etwa drei Jahrzehnten aufgetreten, obwohl für Geflügelhalter hierzulande eine generelle Impfpflicht besteht. Wie das Virus genau in die Betriebe gelangt ist, bleibt bisher ungeklärt und stellt die Behörden vor erhebliche Herausforderungen.
Für Menschen stellt das Virus laut Ministeriumsangaben keine ernsthafte Gefahr dar. Lediglich bei sehr engem und intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren können in seltenen Fällen Bindehautentzündungen auftreten. Dennoch hat die Ausbreitung der Seuche in Brandenburg bereits dramatische Ausmaße angenommen.
Dramatische Bilanz der Tierseuche
In diesem Jahr sind in Brandenburg bisher insgesamt 16 Ausbrüche der Newcastle-Krankheit registriert worden. Ein Sprecher des Umweltministeriums teilte mit, dass insgesamt bereits rund drei Millionen Tiere getötet werden mussten oder noch müssen. Diese Zahl unterstreicht die gravierenden wirtschaftlichen und tierschutzrelevanten Folgen der Seuche für die Geflügelwirtschaft in der Region.
In den betroffenen Landkreisen gelten umfangreiche Restriktionen für Geflügelhalter:
- Stallpflicht für alle Vögel
- Transportverbot für lebende Vögel, Geflügelfleisch und Eier
- Verbot von Geflügelmessen und Geflügelmärkten
- Strenge Hygienemaßnahmen in den Betrieben
Die Behörden überwachen die Einhaltung dieser Maßnahmen intensiv, um eine weitere Ausbreitung der Newcastle-Krankheit zu verhindern und die Geflügelbestände in Brandenburg langfristig zu schützen.



