Frühlingserwachen im Bärenpark Worbis: Bären erwachen langsam aus der Winterruhe
Bären erwachen langsam aus der Winterruhe im Frühjahr

Frühlingserwachen im Bärenpark: Langsamer Abschied von der Winterruhe

Wer morgens nur schwer aus dem Bett findet, kann das Phänomen gut nachvollziehen: Das Erwachen aus der Winterruhe ist ein behutsamer Prozess, der Zeit benötigt. Dies zeigt sich derzeit besonders deutlich im Alternativen Bärenpark Worbis, wo die Winterruhe für die Tiere nach wie vor eine zentrale Bedeutung besitzt.

Träge Übergangsphase: Bären erwachen allmählich

Die Braunbären im Eichsfeld befinden sich noch in einer trägen Übergangsphase. Bis die Tiere ihren Winterschlaf vollständig beendet haben, wird es noch einige Wochen dauern, erklärt Tierpflegerin Ulrike Richter. „Der Aufwachprozess verläuft eher langsam: Die meisten unserer Bären – mit Ausnahme von zwei Exemplaren – haben sich bereits sporadisch gezeigt“, fasst die Expertin zusammen.

Die Mehrzahl der Bären werde erst gegen Mitte oder Ende März komplett aus dem Wintermodus herausfinden. „Und dann gibt es unsere Langschläferin Katja, die benötigt meistens bis Anfang oder Mitte April“, ergänzt Richter. Zunächst verlassen die Tiere ihre Höhlen nur für wenige Minuten, inspizieren die Umgebung und ziehen sich dann wieder zurück. „Diese Ausflüge werden dann nach und nach intensiver und länger“, beschreibt die Tierpflegerin den natürlichen Prozess.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Besondere Bedeutung der Winterruhe für gerettete Bären

Alle neun Bären im Park tragen individuelle Namen und verbindet eine meist traurige Vorgeschichte. Viele wurden von Vorbesitzern nicht artgerecht gehalten, bevor sie im Bärenpark Worbis ein neues, möglichst naturnahes Zuhause fanden.

„Es erfüllt uns mit großer Freude, dass alle unsere Bären es schaffen, in die Winterruhe zu gehen – das ist für sie keineswegs selbstverständlich“, betont Richter. Bei ihren früheren Besitzern hätten die Tiere niemals die Gelegenheit gehabt, dieser natürlichen Verhaltensweise nachzugehen. In den teils engen und kargen Käfigen existierten einfach keine Rückzugsmöglichkeiten für einen artgerechten Winterschlaf.

Selbstgegrabene Höhlen: Bären gestalten ihre Winterquartiere

Im Bärenpark Worbis graben sich die Tiere ihre Höhlen eigenständig in die Hügel. „Ein enger Gang führt ins Innere, dann folgt der eigentliche Schlafkessel“, beschreibt Richter die selbstgestalteten Winterquartiere. Manche Bären legen jedes Jahr eine neue Höhle an, andere wechseln zwischen verschiedenen Unterkünften. „Und wir haben Traditionalisten, die jedes Jahr dieselbe Höhle nutzen“, so die Tierpflegerin.

Laut dem Naturschutzbund BUND verbringen Braunbären in freier Wildbahn mehrere Monate in Winterruhe, um Energie zu sparen. Je nach Witterung verlassen die Tiere ihr Winterlager gelegentlich kurzzeitig und zehren dabei von zuvor angefressenen Fettreserven. Diese bauen die Allesfresser durch reichlichen Verzehr pflanzlicher Nahrung wie Eicheln, Nüssen und anderen Baumfrüchten auf.

Die Winterruhe bedeutet für Bären in der Regel einen Dämmerzustand und keinen festen Nachtschlaf wie beim Menschen, wie die Stiftung hinter dem Bärenpark erläutert.

Während Bären dämmern: Andere Tiere sind bereits aktiv

Während die Bären noch vor sich hindämmern, sind ihre tierischen Nachbarn bereits besonders rege: Für Wölfe und Luchse hat die Paarungszeit begonnen. „Dabei kommt aber nichts herum“, betont Richter mit Blick auf möglichen Nachwuchs. Die im Park aufgenommenen Wildtiere, die in freier Natur kaum Überlebenschancen hätten, sind kastriert oder sterilisiert.

Der Alternative Bärenpark Worbis bietet somit nicht nur einen geschützten Lebensraum für gerettete Bären, sondern ermöglicht ihnen auch die Ausübung natürlicher Verhaltensweisen wie der Winterruhe – ein Prozess, der im Frühjahr besonders deutlich wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration