In Greifswald gelten seit März 2026 neue, strengere Regeln für Freigänger-Katzen. Die Katzenschutzverordnung verpflichtet Halter, ihre Tiere kastrieren, chippen und registrieren zu lassen. Ziel ist es, Tierleid unter streunenden Katzen zu verringern. Die Frist für die Umsetzung läuft bis zum 17. Juni.
Hintergrund der Verordnung
Die Stadt Greifswald folgt mit der Verordnung dem Beispiel von Anklam und Wolgast, wo ähnliche Regelungen bereits gelten. Der Tierschutzbund Greifswald e. V. begrüßt den Schritt. Dr. Franziska Kraatz, Vorstandsvorsitzende, erklärte: „An der nun in Kraft getretenen Katzenschutzverordnung haben wir mitgewirkt, indem wir unsere Zahlen zu den jährlich stattfindenden Kastrationen der verwilderten Katzen geteilt haben und das Tierleid nachweisen konnten.“
Krankheitswellen und Tierleid
Streunende Katzen leiden häufig unter Parasitenbefall oder Katzenschnupfen. „Was als ‚Schnupfen‘ zwar harmlos klingt, ist für sehr junge Tiere oder ältere Katzen ein ernsthaftes Problem. Jungkatzen sterben oft qualvoll und mit vereiterten Augen, unfähig noch durch die völlig verstopfte Nase zu atmen. Aber auch ältere Tiere sind durch den Schnupfen oft stark eingeschränkt, sodass es zu Unterernährung und weiteren Krankheiten kommt“, so Kraatz.
Der Tierschutzbund kümmert sich jährlich um 50 bis 90 Streunerkatzen in Greifswald, die gechippt und kastriert werden. Besonders Kater würden oft unkastriert freigelassen. „Sie selbst bringen ja auch keinen Nachwuchs mit nach Hause. Aber sie können unzählige Nachkommen zeugen, wenn sie eine verwilderte Katze treffen und tragen somit dazu bei, dass eine Katzenpopulation weiterwächst“, warnt Kraatz.
Situation in Pasewalk
Hanna-Marie Grygula, Vorsitzende des Katzenschutz Pasewalk e.V., bestätigt, dass auch in Pasewalk ein Streuner-Problem besteht. „Wir brauchen in Pasewalk auch unbedingt eine Katzenschutzverordnung“, sagt sie. In Kleingartenanlagen und Industriegebieten gebe es eine große Streuner-Population. Bisher habe der Verein jedoch wenig Zuspruch für eine solche Verordnung erhalten.
Frist und Ausblick
Die Frist für Katzenhalter in Greifswald, ihre Tiere zu chippen, zu registrieren und zu kastrieren, endet am 17. Juni. Dr. Kraatz zeigt sich optimistisch, dass die Verordnung das Tierleid reduzieren wird. Die Kosten für die Maßnahmen tragen die Halter.



