Tierpark Hellabrunn: Streichelgehege öffnen wieder mit neuen Sicherheitsregeln
Hellabrunn: Streichelgehege öffnen wieder mit Regeln

Endlich wieder Streicheln: Hellabrunn öffnet beliebte Gehege unter strengen Auflagen

Nach mehr als einem Jahr der Schließung gibt es für Tierfreunde und Familien endlich gute Nachrichten aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn. Ab dem kommenden Wochenende, dem 7. und 8. März 2026, öffnen die beliebten Streichelgehege mit den Bulgarischen Langhaarziegen im Mühlendorf wieder ihre Tore. Die Wiedereröffnung erfolgt jedoch nicht ohne bedeutende Veränderungen und strenge Sicherheitsvorkehrungen, die sowohl dem Schutz der Tiere als auch der Besucher dienen sollen.

Neue Öffnungszeiten und Betreuung durch Artenschutzbotschafter

Die Verantwortlichen des Tierparks haben ein umfassendes Konzept entwickelt, um die Interaktion zwischen Mensch und Tier verantwortungsbewusst zu ermöglichen. Künftig ist die Streichelanlage ausschließlich an Wochenenden, Feiertagen sowie während der bayerischen Schulferien von 10 bis 16 Uhr zugänglich. Während dieser Zeiten werden ehrenamtliche Artenschutzbotschafter die Aufsicht übernehmen. Diese speziell geschulten Helfer informieren die Besucher über wichtige Tier- und Artenschutzthemen und achten streng auf die Einhaltung der geltenden Hygieneregeln.

Lena Bockreiß, die zuständige Kuratorin für Huftiere in Hellabrunn, betont die Bedeutung dieser Einrichtung: "Streichelanlagen sind eine wichtige Erfahrung für Klein und Groß, um die Interaktion mit Tieren zu lernen. Die Mensch-Tier-Beziehung ist weit mehr als emotionale Nähe. Sie bewirkt auch, dass bereits unsere jüngsten Besucher sich für Tiere begeistern." Sowohl für die Tiere als auch für die Menschen sei die Begegnung mit den Ziegen aus nächster Nähe eine wertvolle Erfahrung, die das Bewusstsein für den Artenschutz fördere.

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Hygienemaßnahmen zum Schutz von Tier und Mensch

Hinter den neuen Regelungen steht ein ausgeklügeltes Schutzsystem. Beim Betreten und Verlassen der Anlage ist eine gründliche Handdesinfektion zwingend vorgeschrieben. Diese Maßnahme dient dazu, die Übertragung von Keimen in beide Richtungen zu verhindern. Die Tierparkverwaltung erklärt dazu: "Zwar werden die Ziegen regelmäßig gesundheitlich untersucht, dennoch können Tiere Erreger in sich tragen, die für sie selbst unproblematisch sind, beim Menschen jedoch Erkrankungen auslösen können. Umgekehrt können auch Besucher Keime in die Anlage eintragen."

Die ursprüngliche Schließung der Streichelgehege im Januar 2025 war auf Tiermanagementgründe und ein erhöhtes Risiko für verschiedene Tierseuchen zurückzuführen. Insbesondere die Maul- und Klauenseuche, die Anfang 2025 eine mögliche Gefahr darstellte, spielte dabei eine Rolle. Obwohl Deutschland seit April 2025 wieder als frei von dieser Tierseuche gilt, blieb die Situation in Hellabrunn lange Zeit ungewiss. Tierpark-Sprecher Dennis Späth hatte die Lage als "sehr volatil" eingeschätzt und auf die Entwicklungen in Nachbarländern verwiesen.

Großvoliere bereits wieder geöffnet

Parallel zur Wiedereröffnung der Streichelgehege hat der Tierpark auch seine beeindruckende Großvoliere wieder für Besucher zugänglich gemacht. Diese war Ende Oktober 2025 vorsorglich geschlossen worden, aufgrund eines erhöhten Risikos durch die saisonale Aviäre Influenza, besser bekannt als Vogelgrippe. Da sich das Infektionsgeschehen in der Region München aktuell als überschaubar darstellt, konnte die Voliere bereits im Januar 2026 wieder öffnen.

Tierpark-Chef Rasem Baban erklärt: "Das aktuelle Infektionsgeschehen im Raum München erlaubt es uns, diesen besonderen Ort wieder guten Gewissens für unsere Gäste zugänglich zu machen. Gleichzeitig stehen wir weiterhin in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und beobachten die Situation fortlaufend, um kein Risiko einzugehen." Die lichtdurchflutete Stahl- und Netzarchitektur der Voliere, entworfen von Frei Otto und Jörg Gribl, gilt besonders in den Wintermonaten als außergewöhnlicher Ruheort mitten in der Stadt.

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Bedeutung für den Artenschutz

Die Wiedereröffnung der Streichelgehege hat auch eine wichtige artenschützerische Dimension. Die Bulgarischen Langhaarziegen gehören zu den alten und gefährdeten Haustierrassen, deren Erhaltung von großer Bedeutung ist. Hellabrunn unterstützt durch die Präsentation dieser Tiere die Arbeit der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH), bei der der Tierpark Mitglied ist.

Lena Bockreiß unterstreicht diesen Aspekt: "Wenn Besuchende diese seltene Ziegenrasse mit allen Sinnen erleben, wächst auch das Bewusstsein für die Bedeutung ihres Schutzes." Der Tierpark Hellabrunn versteht sich somit nicht nur als Erholungsort, sondern auch als wichtiger Bildungs- und Artenschutzeinrichtung, die Besucher für die Belange der Tierwelt sensibilisiert.

Für alle, die den direkten Kontakt zu Tieren suchen, bietet Hellabrunn mit den wiedereröffneten Streichelgehegen nun eine verantwortungsvoll gestaltete Möglichkeit. Die Kombination aus pädagogischer Betreuung, strengen Hygienevorschriften und artenschützerischem Engagement macht den Besuch zu einer besonderen Erfahrung für die ganze Familie.