Hündin nicht läufig? Tierarzt erklärt normale Zyklen und Warnsignale
Hündin nicht läufig? Tierarzt erklärt Zyklen und Warnsignale

Hündin nicht läufig? Keine Panik, aber Aufmerksamkeit ist wichtig

Wenn eine Hündin scheinbar ungewöhnlich lange nicht läufig wird, kann das viele Halter verunsichern. Doch nicht immer steckt ein ernstes Problem dahinter. Tierarzt Dr. Joachim Hölter aus Stade erklärt, was im normalen Rahmen liegt und wann tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Was ist ein normaler Zyklus bei Hündinnen?

Einen festen Normal-Zyklus gibt es bei Hündinnen nicht. Die Zeit zwischen zwei Läufigkeiten kann nur fünf Monate betragen, aber auch zwölf Monate – beides liegt im normalen Rahmen, sagt der Experte. Kleine Hunderassen haben oft kürzere Abstände als große Rassen. Jeder Zyklus ist individuell und kann sich im Alter verschieben.

Auch bei Hündinnen mit regelmäßigem Zyklus kann die Zeit zwischen zwei Läufigkeiten mehr als einen Monat variieren, ohne dass dies Anlass zur Sorge gibt. Ab einem Alter von etwa sieben bis zehn Jahren werden die Abstände typischerweise länger. Manchmal bleibt die Läufigkeit sogar ganz aus.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wann spricht man von Anöstrus oder verzögertem Zyklus?

Meist liegen zwischen zwei Läufigkeiten fünf bis zwölf Monate. Von einem verzögerten Zyklus spricht man, wenn eine Hündin älter als 18 bis 24 Monate ist und noch nie läufig war. Oder wenn mehr als zwölf bis 18 Monate seit der letzten Läufigkeit vergangen sind.

Die häufigsten Gründe für ausbleibende Läufigkeit

  • Alter und Rasse: Große Rassen wie Deutsche Doggen oder Neufundländer werden oft erst mit 18 bis 24 Monaten erstmals läufig.
  • Hormonelle Störungen: Probleme mit Schilddrüse, Hypophyse oder Eierstöcken können den Zyklus blockieren.
  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Untergewicht, Mangelernährung oder schwere Krankheiten wie Niereninsuffizienz oder Diabetes können die Läufigkeit unterdrücken.
  • Stress: Starker psychischer oder physischer Stress kann den Zyklus verschieben oder unterbrechen.

Wann sollte man mit der Hündin zum Tierarzt gehen?

Wenn eine Hündin nicht wie erwartet läufig wird und ein gestörtes Allgemeinbefinden zeigt, wie einen verminderten Appetit, vermehrtes Trinken, Lethargie oder Erbrechen, sollte sie tierärztlich untersucht werden, betont Dr. Hölter. Besondere Vorsicht ist bei Symptomen wie eitrigem oder blutigem Ausfluss geboten, da dies auf eine Pyometra hinweisen kann. Diese Erkrankung betrifft statistisch gesehen jede dritte bis vierte intakte Hündin.

Grundsätzlich gilt: Während viele Variationen im Zyklus völlig normal sind, sollten Halter bei Unsicherheiten oder begleitenden Krankheitssymptomen immer professionellen Rat einholen. Eine frühzeitige tierärztliche Untersuchung kann ernsthafte Gesundheitsprobleme ausschließen oder rechtzeitig behandeln.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration