Trauer in der Wilhelma: Koala-Weibchen aufgrund von Anämie und Bakterienbefall eingeschläfert
Koala-Weibchen in Wilhelma eingeschläfert: Anämie und Bakterien

Trauer in der Stuttgarter Wilhelma: Koala-Weibchen eingeschläfert

In der Stuttgarter Wilhelma herrscht erneut Trauer: Ein Koala-Weibchen musste aufgrund schwerwiegender gesundheitlicher Probleme eingeschläfert werden. Das sieben Jahre alte Tier namens Scarborough litt unter einer schweren Anämie, auch bekannt als Blutarmut, deren Ursache bisher ungeklärt bleibt. Zusätzlich wurde bei dem Weibchen das Bakterium Bordetella in Lunge, Leber und Niere nachgewiesen, was den Gesundheitszustand weiter verschlechterte.

Wiederholte Todesfälle bei Koalas in der Wilhelma

Dieser Vorfall markiert den dritten Todesfall bei Koalas in der Wilhelma innerhalb weniger Monate. Bereits zuvor waren zwei junge Koalas gestorben, die ebenfalls von Bordetellen befallen waren. Bei diesen Jungtieren hatte der Erreger schwere Lungenentzündungen ausgelöst. Ob bei Scarborough ein direkter Zusammenhang zwischen dem Bakterienbefall und der Anämie besteht, kann laut Angaben der Wilhelma weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Die wiederholten Erkrankungen werfen Fragen zur Gesundheit der Koala-Population in der Australienwelt auf.

Maßnahmen zur Prävention: Impfungen gegen Bordetellen

Als Reaktion auf die jüngsten Vorfälle hat die Wilhelma beschlossen, ihre Koalas regelmäßig gegen Bordetellen zu impfen. Tobias Knauf-Witzens, der leitende Tierarzt des Zoos, erklärte: „Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir uns entschlossen, unsere Koalas regelmäßig gegen Bordetellen zu impfen.“ Bisher gab es keine offizielle Empfehlung für solche Impfungen, da derartige Erkrankungen bei in Europa gehaltenen Koalas bislang nicht bekannt waren. Diese präventive Maßnahme soll zukünftige Ausbrüche verhindern und die Gesundheit der Tiere besser schützen.

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Bedeutung von Zoos für den Artenschutz

Die Wilhelma betont die wachsende Bedeutung von Zoos für den Erhalt bedrohter Arten. Thomas Kölpin, der Direktor der Wilhelma, wies darauf hin, dass die Koala-Bestände in Teilen Australiens in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa die Hälfte geschrumpft sind. Reservepopulationen in Zoos spielen daher eine immer größere Rolle für das langfristige Überleben dieser Tiere. Die Zuchtbemühungen in Einrichtungen wie der Wilhelma sollen dazu beitragen, die Art vor dem Aussterben zu bewahren und genetische Vielfalt zu erhalten.

Die aktuellen Ereignisse unterstreichen die Herausforderungen bei der Haltung und Pflege von Koalas in menschlicher Obhut. Die Wilhelma arbeitet kontinuierlich daran, die Lebensbedingungen zu optimieren und durch Forschung sowie tierärztliche Betreuung die Gesundheit ihrer Tiere zu gewährleisten. Dennoch bleiben Fragen offen, insbesondere zur Ursache der Anämie und zur Verbreitung von Bakterien wie Bordetella in Zooumgebungen.

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