Newcastle-Krankheit: Geflügelseuche erschüttert Brandenburg und Bayern
Die Newcastle-Krankheit, eine für Geflügel hoch ansteckende Tierseuche, ist in Brandenburg und Bayern ausgebrochen und hat zu einer dramatischen Lage in der Geflügelwirtschaft geführt. Seit Februar mussten bereits Millionen Tiere getötet werden, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Besonders betroffen ist der Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg, wo ein Krisenstab eingerichtet wurde.
Ministerin Mittelstädt: "Angespannte und dramatische Situation"
Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) beschreibt die Situation als äußerst angespannt und dramatisch. "Das ist eine Dramatik, die dahintersteht", sagte die Ministerin in Potsdam. Trotz der ernsten Lage hofft sie auf eine allmähliche Beruhigung: "Wir hoffen, dass wir jetzt so langsam in ein ruhiges Fahrwasser kommen, dass sich die Infektionswelle auch nicht in Richtung Gesamtdeutschland ausweitet."
In Brandenburg wurden bislang 18 Ausbrüche der Newcastle-Krankheit registriert. Die Schutzvorkehrungen wurden massiv hochgefahren, um die weitere Verbreitung der Tierseuche zu stoppen. Die Ministerin betonte: "Wir schützen hier auch Gesamtdeutschland. Wir machen hier wieder die Arbeit für alle anderen und erwarten natürlich auch ein Stück weit Solidarität, gerade gegenüber den Betrieben."
Ursachensuche gestaltet sich schwierig
Die Suche nach der genauen Ursache für den Ausbruch der Newcastle-Krankheit erweist sich als kompliziert. Das Virus kann laut Ministerin Mittelstädt über verschiedene Wege in die Ställe gelangen:
- Über kontaminiertes Futter
- Durch infiziertes Personal
- Über Schadnager wie Ratten und Mäuse
Besonders bemerkenswert ist, dass der Ausbruch im Februar erstmals seit 30 Jahren wieder in Brandenburg auftrat - trotz der in Deutschland geltenden Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit. Die in Brandenburg nachgewiesenen Viren gehören zu einem Genotyp, der insbesondere in osteuropäischen Ländern wie Polen und Tschechien zirkuliert, wo ebenfalls vermehrte Fälle der Tierseuche aufgetreten sind.
Wirtschaftliche Folgen und Forderungen nach Entschädigung
Der Ausbruch der Newcastle-Krankheit bringt erhebliche Umsatzverluste für die betroffenen Geflügelbetriebe mit sich. Ministerin Mittelstädt fordert daher Entschädigungen für die Betriebe: "Die Tierseuchenkasse kann nur zu einem Teil unterstützen." Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Seuche sind gravierend und bedrohen die Existenz vieler Geflügelhalter.
Die Ministerin stellt kritische Fragen zur unterschiedlichen Handhabung der Impfpflicht in verschiedenen Ländern: "Natürlich kann man sich auch die Frage stellen, warum haben wir in Deutschland eine Impfpflicht und in Polen nicht?" Diese Fragen werde sie auch "in Richtung Brüssel" sehr deutlich stellen, um eine europaweit koordinierte Bekämpfung der Tierseuche zu erreichen.
Die Newcastle-Krankheit stellt eine ernste Bedrohung für die deutsche Geflügelwirtschaft dar und erfordert umfassende Maßnahmen zur Eindämmung und Prävention. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die ergriffenen Schutzmaßnahmen ausreichen, um die weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern.



