Neue Rettungsinitiative in Wippra: Kampf gegen den Mähtod von Rehkitzen
Die Zahlen sind erschütternd und haben in Wippra zu einer bemerkenswerten Bürgerinitiative geführt. Geschätzt 100.000 Rehkitze kommen jährlich deutschlandweit bei der Mahd ums Leben – eine Tragödie, der sich nun eine neu gegründete Rehkitzrettungsgruppe in der Region entschieden entgegenstellt.
Auslöser: Zwei tote Rehkitze im Juni 2025
Der 5. Juni 2025 markierte einen Wendepunkt für die Gemeinde. Fotografien von zwei Rehkitzen, die während einer Mahd getötet wurden, verbreiteten sich nicht nur viral unter den Wippraern, sondern gingen den Bewohnern tief unter die Haut. Besonders Matthias Römer und Sandra Rauhut ließen die Bilder nicht mehr los – sie wurden zu treibenden Kräften hinter der neu formierten Rettungsgruppe.
Die Initiatoren und ihre Mission
Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben Matthias Römer und Sandra Rauhut auch Dirk Schmidt. Das Trio hat es sich zur Aufgabe gemacht, die grausamen Verluste in ihrer Region zu verhindern. „Diese Bilder haben uns alle wachgerüttelt“, erklärt einer der Initiatoren. „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie Jahr für Jahr unzählige junge Wildtiere sterben.“
Wie die Rettungsgruppe arbeiten will
Die Rehkitzretter von Wippra planen ein mehrstufiges Vorgegen:
- Regelmäßige Begehungen von Wiesen und Feldern vor der Mahd
- Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras zur Ortung versteckter Kitze
- Zusammenarbeit mit Landwirten für abgestimmte Mähtermine
- Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung über Schutzmaßnahmen
Die Gruppe setzt dabei auf modernste Technologie kombiniert mit ehrenamtlichem Engagement. Besonders in den frühen Morgenstunden, wenn Rehkitze häufig in hohem Gras abgelegt werden, sollen die Kontrollen intensiviert werden.
Unterstützung gesucht: So kann die Bevölkerung helfen
Die Initiative sucht aktive Mitstreiter und fördernde Mitglieder. Interessierte können sich in verschiedenen Bereichen einbringen:
- Als aktive Rettungskräfte bei Feldbegehungen
- Durch Bereitstellung von technischem Equipment wie Drohnen
- Mit finanziellen Beiträgen für Ausrüstung und Schulungen
- Als Multiplikatoren in der Aufklärungsarbeit
„Jede Hand zählt“, betonen die Organisatoren. „Ob mit praktischer Hilfe oder durch Weitergabe von Informationen – gemeinsam können wir Leben retten.“
Ein Modell für andere Regionen?
Die Wippraer Initiative könnte Vorbildcharakter für andere Gemeinden entwickeln. Angesichts der bundesweit hohen Verlustzahlen bei Wildtieren während der Erntezeit zeigt das Engagement, dass lokale Lösungen einen signifikanten Unterschied machen können. Die Gruppe plant bereits, ihre Erfahrungen und Methoden zu dokumentieren, um anderen Interessierten als Blaupause zu dienen.
Die Rehkitzretter von Wippra stehen exemplarisch für bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen verhindern, dass sich die tragischen Bilder vom Juni 2025 jemals wiederholen – und damit einen Beitrag zum Erhalt der heimischen Wildtierpopulation leisten.



