Storchenromantik in der Barlachstadt: Ein Paar ist komplett
In Güstrow herrscht Frühlingsgefühle auf dem Plaschek-Horst: Der dort ansässige Weißstorch hat nach zweiwöchigem Warten endlich weibliche Gesellschaft erhalten. Die Ankunft der Störchin wurde vom Storchenbeauftragten Reinhard Schaugstat mit den Worten begrüßt: „Dieses Blühen, dieses Gelb, dieses Licht, dieser Jubel - sie ist da, sie ist da!“
Ein erfahrener Gast mit amtlichem Ausweis
Der männliche Storch, der bereits Mitte Februar in Güstrow eingetroffen war, ist kein Unbekannter. Er trägt den amtlichen Vogelring DEW 213, den er am 14. Juni 2008 in Biebesheim am Rhein erhielt. Dieser Ring wurde inzwischen ganze 50 Mal kontrolliert und dokumentiert, wie Schaugstat, Mitglied der Landesarbeitsgruppe Weisstorchschutz, mitteilte.
DEW 213 scheint die Barlachstadt besonders zu mögen, denn er kehrt bereits seit sechs Jahren regelmäßig nach Güstrow zurück. In diesem Sommer wird der gefiederte Gast sogar seinen 18. Geburtstag feiern – ein stattliches Alter für einen Storch.
Eine unberingte Dame und ungewisse Zukunft
Die neu angekommene Störchin trägt hingegen keinen Ring, was einige Fragen offenlässt. „Man weiß nicht, ob sie schon einmal das Vergnügen hatten“, erklärt Schaugstat. Ohne Beringung ist ihre Herkunft und Vergangenheit unbekannt.
Die Storchenexpertin ist realistisch: „Meistens ist es eine Sommerliebe“. Ob aus der Begegnung mehr als eine saisonale Romanze wird, bleibt abzuwarten. Die ersten Annäherungen fanden jedoch bereits statt – mit großer Begrüßung, Begattung und dem für Störche typischen Beklappern der Schnäbel.
Für die kommenden Monate wird das Storchenpaar nun das Nest auf dem Plaschek-Horst bewohnen und vielleicht sogar Nachwuchs großziehen. Die Güstrower können sich auf eine gefiederte Sommersaison freuen, auch wenn ungewiss ist, ob die Störchin im nächsten Jahr wiederkehren wird.



