Trauerfall in der Wilhelma: Koala-Dame Scarborough verstorben
Der Stuttgarter Zoo Wilhelma befindet sich in tiefer Trauer. Das Koala-Weibchen Scarborough, das seit dem Jahr 2023 in der Einrichtung lebte, musste eingeschläfert werden. Die siebenjährige Beuteltierdame war in den letzten Wochen zunehmend geschwächt und zeigte besorgniserregende Gesundheitsprobleme.
Schwere Blutarmut und bakterielle Infektion als Todesursache
Die tierärztliche Untersuchung ergab eine schwere Anämie, also Blutarmut, bei Scarborough. Die genaue Ursache für diese Erkrankung konnte nicht abschließend geklärt werden. Zusätzlich fanden die Veterinäre das Bakterium Bordetella in Lunge, Leber und Niere des Tieres. Ob dieser Erreger direkt für die Blutarmut verantwortlich war, lässt sich laut Wilhelma-Angaben nicht mit Sicherheit sagen.
Bereits zweiter Todesfall durch Bordetellen-Infektion
Die Situation ist besonders tragisch, da bereits in den vergangenen Monaten zwei Koala-Jungtiere in der Wilhelma verstorben sind. Auch diese waren mit Bordetellen infiziert, was bei ihnen zu schweren Lungenentzündungen führte. „Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir uns entschlossen, unsere Koalas regelmäßig gegen Bordetellen zu impfen“, erklärt der leitende Tierarzt der Wilhelma, Tobias Knauf-Witzens. Bisher gab es für solche Impfungen keine offiziellen Empfehlungen, da diese Art von Erkrankung bei Zoo-Koalas in Europa bisher nicht dokumentiert war.
Koala-Bestände in Australien dramatisch zurückgegangen
Wilhelma-Chef Thomas Kölpin betont die ernste Lage der Beuteltiere: „In manchen Regionen Australiens hat sich die Koala-Population innerhalb von nur zwanzig Jahren halbiert.“ Vor diesem Hintergrund gewinnen Zoobestände eine immer größere Bedeutung für den Artenschutz. Sie sollen langfristig dazu beitragen, die bedrohte Tierart zu erhalten und zu stabilisieren.
Der Verlust von Scarborough unterstreicht die Herausforderungen, denen sich Zoos bei der Haltung und medizinischen Versorgung seltener Tierarten gegenübersehen. Die Wilhelma wird ihre präventiven Maßnahmen weiter verstärken, um künftige Erkrankungen bei ihren Koalas möglichst zu verhindern.



