Tollwut-Fall in Rheinland-Pfalz: Welpe aus Russland stirbt – Gefälschter Impfpass entdeckt
Deutschland gilt seit 2008 als frei von der klassischen Tollwut, doch ein aktueller Vorfall in Rheinland-Pfalz zeigt, wie schnell die tödliche Viruserkrankung wieder eingeschleppt werden kann. Ein importierter Welpe aus Russland ist dort an Tollwut gestorben, nachdem er zuvor Verhaltensauffälligkeiten gezeigt hatte und in Quarantäne gebracht worden war.
Gefälschte Impfdokumente als Risikofaktor
Die Bundestierärztekammer (BTK) teilte mit, dass der Impfpass des Welpen wahrscheinlich gefälscht gewesen sei. „Dieser Fall zeigt, wie schnell die tödliche Viruserkrankung wieder eingeschleppt werden kann“, betonte die BTK. Der Welpe war nach Angaben des Rhein-Pfalz-Kreises in Absprache mit dem Veterinäramt in die Quarantänestation eines Tierheims gebracht worden, wo er schließlich verstarb. Bei anschließenden Untersuchungen wurde der Tollwut-Erreger eindeutig nachgewiesen.
Umfassende Kontaktverfolgung und Warnung vor Auslandstierschutz
Die Veterinärbehörde hat sämtliche Kontakte des infizierten Tieres ermittelt und informiert. Eine Gefahr für andere Tiere in der Region bestehe laut Behörden nicht. Das Tier war gemeinsam mit anderen Hunden und Katzen transportiert worden, die für Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien und Frankreich bestimmt waren. Über Prüfergebnisse zu diesen Tieren wurde zunächst nichts bekannt.
Die Bundestierärztekammer warnte mit Blick auf den Fall eindringlich vor den Risiken unzureichend geprüfter Gesundheitsnachweise bei Hunden aus dem Auslandstierschutz. „Tierschutz darf nicht zur Gefährdung der öffentlichen Gesundheit führen“, mahnte BTK-Präsident Holger Vogel. Ob und welche Menschen, die Kontakt zu dem betroffenen Hund hatten, im aktuellen Fall vorsorglich Impfungen erhielten, wurde zunächst nicht mitgeteilt.
Tollwut: Eine tödliche Bedrohung weltweit
Klassische Tollwut wird durch das Rabiesvirus verursacht und wird meist durch Bissverletzungen infizierter Säugetiere wie Füchse, Hunde oder Waschbären übertragen. Die Erkrankung verläuft – auch beim Menschen – unbehandelt fast immer tödlich. Erhalten Betroffene nach einem möglichen Tollwut-Kontakt sofort spezielle Impfungen, kann die Erkrankung verhindert werden. Sobald klinische Symptome beginnen, ist keine Heilung mehr möglich.
Tollwut ist in vielen Regionen der Welt weiterhin ein großes Problem. Im europäischen Reiseverkehr ist die Tollwutimpfung für Hunde und Katzen verpflichtend. In Deutschland kommen lediglich Fledermaus-Tollwut-Varianten vor, Fälle bei Menschen sind extrem selten. Dieser Vorfall unterstreicht jedoch die Notwendigkeit strenger Kontrollen und verlässlicher Dokumentationen bei Tierimporten, um die öffentliche Gesundheit zu schützen.



