Trans-Huhn Peter: Vom Eierlegen zum Krähen – Ein tierisches Schicksal in Niedersachsen
Trans-Huhn Peter: Vom Eierlegen zum Krähen

Ein tierischer Wandel: Aus Petra wird Peter

Früher legte sie Eier, heute kräht er im Morgengrauen – aus der gackernden Henne Petra wurde der stolze Hahn Peter. Diese ungewöhnliche Verwandlung sorgte für Aufsehen und führte schließlich zu einem Umzug des gefiederten Bewohners.

Der Beginn der Veränderung

Petra lebte ursprünglich in einer pädagogischen Einrichtung für Kinder in Nordrhein-Westfalen, wo sie Teil einer ruhigen Hühnerschar war. Nach dem Tod des einzigen Hahns im Stall verschob sich die Ordnung, und bald begann die Henne Petra zu krähen, manchmal sogar nachts. Ihr Körper veränderte sich sichtbar: Der Kamm wuchs, die Kehllappen wurden ausgeprägter, und lange, spitze Sattel- und Sichelfedern entwickelten sich. Sie stellte das Eierlegen ein und gewann an Größe – aus Petra wurde Peter.

Nachbarschaftliche Beschwerden und die Suche nach einem neuen Zuhause

Doch das Krähen blieb nicht ohne Folgen. „Die Kräherei wurde so doll, dass sich immer mehr Nachbarn beschwerten“, erklärt Ann-Christin Pabst (40), Tierheilpraktikerin und Gründerin des Tierschutzhofes „Heile Seele“ in Bad Sachsa, Niedersachsen. „Also musste Peter weg. Aber die Halter wollten auf jeden Fall ein gutes Zuhause für ihn finden und verhindern, dass er geschlachtet wird.“ Eine Tierschützerin startete einen Aufruf für das Trans-Huhn, der Ann-Christin Pabst über Instagram erreichte.

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Ein neues Leben im Tierschutzhof

Obwohl der Hof bereits mit rund 200 Tieren voll ist, nahm Ann-Christin Pabst Peter auf. Heute lebt er mit drei Hennen zusammen: Camilla, Wölkchen 1 und Wölkchen 2. „Er kümmert sich gut um seine Ladys, sagt ihnen Bescheid, wenn es besonders leckeres Futter gibt, und lässt ihnen den Vorrang. Besonders Camilla hat es ihm angetan, der läuft er andauernd hinterher“, berichtet seine neue Halterin. Der Tierschutzhof wird durch Spenden finanziert und von vier Tierfreunden betrieben, unterstützt von Ehrenamtlichen.

Wissenschaftliche Erklärung für den Hormonwechsel

Prof. Dr. Michael Lierz (54), Fachtierarzt für Geflügel und Vogelmedizin, erklärt dieses Phänomen: „Es kommt gelegentlich vor, dass eine Henne im Laufe ihres Lebens äußere Merkmale entwickelt, die man sonst eher von einem Hahn kennt.“ Der Auslöser liege häufig im Hormonhaushalt. Wenn die Eierstockfunktion im Alter oder durch Erkrankungen nachlässt, sinkt die Östrogenproduktion, und das Gleichgewicht der Hormone gerät ins Wanken. Dies kann zu typischen Hahn-Merkmalen wie einem größeren Kamm, verändertem Gefieder oder sogar Krähen führen. „Solche Veränderungen betreffen die äußere Erscheinung und das Verhalten, nicht das genetische Geschlecht der Henne“, betont Lierz. Solche Fälle seien selten, aber in der Geflügelmedizin dokumentiert.

Für Peter ist die Vergangenheit nun unwichtig – er fühlt sich wohl mit seinen Hennen, und dass er einst eine Henne war, interessiert ihn nicht mehr. Sein Schicksal zeigt, wie unerwartet die Natur sein kann und wie wichtig tierfreundliche Lösungen sind.

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