Vogel gegen Scheibe geflogen: So helfen Sie richtig
Vogel gegen Scheibe: Erste Hilfe und Tipps

Ein dumpfer Knall – und unter dem Fenster liegt ein Vogel. Für viele Tiere sind Glasscheiben unsichtbare Fallen. Sie sehen nicht das Hindernis, sondern die Spiegelung von Himmel, Bäumen oder Sträuchern. In vermeintlicher Sicherheit fliegen sie direkt gegen das Glas. Manche flattern kurz später wieder davon. Andere bleiben benommen oder verletzt liegen. Laut des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) sterben jedes Jahr in Deutschland schätzungsweise über 100 Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasscheiben. Doch was kann man tun, wenn man einen Vogel findet, der gegen eine Scheibe geflogen ist?

So versorgen Sie einen verletzten Vogel richtig

Wer einen Vogel mit Lebenszeichen am Boden entdeckt, sollte helfen. Martin Rümmler vom Nabu erklärt: „Als Erstes sollte man den verunglückten Vogel sichern, indem man ihn vorsichtig mit einem Tuch oder Handschuhen aufnimmt und in einen Karton setzt.“ Wichtig ist laut Rümmler, dass der Karton weich ausgelegt ist und Luftlöcher hat. Dann braucht das Tier Ruhe. „Den Karton dann verschlossen an einem ruhigen und warmen Ort aufbewahren, sodass der Vogel für eine Weile die Möglichkeit hat, zu sich zu kommen. Nach maximal einer Stunde sollte man sich über das Befinden des Vogels erkundigen.“ Den Karton sollte man im Freien öffnen, damit der Vogel nicht in der Wohnung entkommt.

Woran man erkennt, ob der Vogel wieder fliegen kann

Entscheidend ist der erste Eindruck nach der Ruhephase. Rümmler erklärt: „Macht er einen wachen Eindruck, steht er aufrecht und stabil und flattert sogar mit den Flügeln? Wirkt er unverletzt und zeigt keine blutenden Stellen? Dann kann man versuchen, ihn wieder freizulassen. Er sollte dann von selbst davonfliegen.“ Zeigt das Tier jedoch deutliche Schwäche oder Verletzungen, sollte ein Tierarzt eingeschaltet werden. Warnzeichen sind:

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  • Augen weitestgehend geschlossen
  • Kaum Reaktion
  • Vogel sitzt nur oder liegt auf der Seite
  • Er zittert oder taumelt mit dem Kopf
  • Er blutet oder hat eine offensichtliche Verletzung

Vorab sollte man laut Rümmler klären, ob die Praxis das Tier behandeln kann. „Stellen wie die örtliche Wildvogelhilfe oder andere Auffangstationen verfügen meist nicht über die veterinärmedizinische Expertise oder Ausrüstung, können aber oft an entsprechende Stellen vermitteln.“

So kann man Zusammenstößen vorbeugen

Um Unfälle zu vermeiden, müssen Scheiben als Hindernis erkennbar sein. „Wichtig ist, dass solche Markierungen von außen angebracht werden, um wahrgenommen zu werden. Dazu gehören Girlanden, Rollos, Jalousien oder Ähnliches, die man vor die Fenster hängt oder herunterlässt.“ Auch Aufkleber können helfen – wenn sie richtig angebracht sind, erläutert Rümmler. „Ob kommerzielle (hochwirksame) Punkteraster, Linienmuster oder die allseits bekannten schwarzen Vogelsilhouetten – sie alle helfen, wenn man sie richtig anbringt. Wichtig ist nämlich, dass die einzelnen Klebeelemente nur maximal eine Handbreit voneinander entfernt sind und über die gesamte Fläche angebracht werden. Nur dann nehmen Vögel das Glas als Hindernis wahr und versuchen nicht etwa um die Aufkleber herumzufliegen, wie es oft der Fall für einzelne schwarze Vogelsilhouettenaufkleber ist.“

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