Dramatische Walrettung in der Ostsee: Gaffer behindern lebenswichtige Rettungsaktion
Walrettung in Ostsee: Gaffer behindern Rettungsaktion

Dramatische Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal in der Lübecker Bucht

Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit spielt sich an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins ab. Seit der Nacht zu Montag kämpfen Einsatzkräfte um das Leben eines jungen Buckelwals, der im flachen Wasser der Lübecker Bucht gestrandet ist. Das etwa zehn Meter lange Tier liegt auf einer Sandbank in nur rund zwei Metern Wassertiefe fest und kann sich nicht selbstständig befreien.

Rettungsbemühungen werden durch Schaulustige behindert

Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke kritisierte scharf, dass die lebenswichtigen Rettungsmaßnahmen durch sogenannte Gaffer behindert werden. „Menschen haben versucht, sich dem Tier mit Ruder- und Schlauchbooten zu nähern oder Absperrungen zu umgehen“, erklärte der Bürgermeister. Solche Annäherungsversuche versetzten den Wal in Panik und erschwerten die ohnehin komplexen Rettungsarbeiten erheblich.

Die Polizei hat den Bereich um den Niendorfer Hafen weiträumig abgesperrt, um das Tier vor weiteren Störungen zu schützen. Wale können bei Rettungsaktionen enorm unter Stress geraten, weshalb Experten dringend dazu aufrufen, dem Tier nicht zu nahe zu kommen.

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Zustand des Wals verschlechtert sich zusehends

Am Dienstagvormittag verschlechterte sich der Zustand des Meeressäugers deutlich. Carsten Manheimer von der Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“ berichtete der Nachrichtenagentur AFP von sichtbarem Bewuchs auf der Haut des Tieres als Folge einer Hautkrankheit. „Die Krankheit ist vermutlich eine Folge des zu niedrigen Salzgehalts der Ostsee“, erklärte Manheimer.

Bereits in der Nacht zu Montag hatten Anwohner gegen 1:50 Uhr Alarm geschlagen, als der Wal laute Geräusche von sich gab und in dem nur 1,40 Meter flachen Wasser auf einer Sandbank feststeckte. Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sowie Mitarbeiter von „Sea Shepherd“ eilten umgehend nach Niendorf, um dem Tier zu helfen.

Komplexe Rettungsbedingungen erschweren die Arbeit

Die geografischen Gegebenheiten stellen die Retter vor enorme Herausforderungen. „Die Sandbank ist 30 bis 40 Meter vom Ufer entfernt, dazwischen ist es so tief, dass man nicht hindurchlaufen kann“, berichtete BILD-Reporter Henning Schaffner vor Ort. Die Einsatzkräfte mussten sich mit Schlauchbooten nähern, da ein direkter Zugang zu Fuß nicht möglich war.

Die in der Nacht erwartete Flut brachte nicht den erhofften Erfolg – das Tier konnte sich nicht aus eigener Kraft befreien. Experten gehen davon aus, dass es sich um denselben Wal handelt, der seit Wochen durch die Ostsee irrt. Anfang des Monats war der Jungbulle bereits im Hafen von Wismar aufgetaucht, damals noch gefangen in einem Fischernetz.

Öffentliche Anteilnahme und kritische Prognose

Das traurige Schicksal des Wals bewegt auch die Anwohner der Region. Stefan Stauch aus dem nahegelegenen Scharbeutz zeigte sich betroffen: „Der arme Kerl. Ich hoffe, er kann noch gerettet werden.“ In der Nacht hätten er und seine Frau den Wal sogar hören können.

Die Prognosen der Experten sind jedoch ernüchternd. Sea-Shepherd-Sprecher Manuel Abraas äußerte sich am Montag gegenüber BILD: „Ehrlich gesagt, sieht es nicht gut für ihn aus.“ Um 12 Uhr sollte eine Lagebesprechung zwischen den Einsatzkräften stattfinden, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Die Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal bleibt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem jede Stunde zählt. Während die professionellen Helfer alles geben, um das Tier zu retten, behindern unverantwortliche Schaulustige die lebenswichtigen Maßnahmen und gefährden damit das Überleben des Meeressäugers.

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