Ewigkeitschemikalien PFAS: Die unsichtbare Gefahr in unserem Alltag
Ewigkeitschemikalien – dieser geheimnisvoll klingende Name bezeichnet eine Gruppe von Substanzen, die kaum abbaubar sind und potenziell erhebliche Gesundheitsrisiken bergen. Hinter dem Begriff verbergen sich die per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, kurz PFAS, die aufgrund ihrer praktischen Eigenschaften in zahlreichen Produkten zum Einsatz kommen.
Die allgegenwärtigen Chemikalien mit problematischen Eigenschaften
PFAS-Chemikalien sind tatsächlich sehr nützlich: Sie weisen Wasser, Schmutz und Fett zuverlässig ab und zeigen sich resistent gegen Hitze sowie UV-Strahlung. Diese Eigenschaften machen sie für viele Anwendungen attraktiv. In unserem täglichen Leben begegnen wir diesen Stoffen an zahlreichen Stellen, oft ohne es zu wissen. Sie finden sich in Outdoorkleidung, Antihaft-Beschichtungen von Bratpfannen, speziellen Putzschwämmen, bestimmten Zahnseidenarten, Kinderbuggys, Fotopapier, Skiwachs und Imprägniersprays.
Das grundlegende Problem dieser vielseitigen Chemikalien liegt in ihrer Giftigkeit und ihrer Persistenz in der Umwelt. PFAS können unseren Körper auf vielfältige Weise schädigen, und aus der Natur lassen sie sich, wenn überhaupt, nur mit enormem technischen und finanziellen Aufwand entfernen. Besonders problematisch ist, dass diese Stoffe in den meisten Fällen nicht deklariert werden müssen, sodass Verbraucherinnen und Verbraucher meist keine Möglichkeit haben, zu erkennen, wo sie konkret enthalten sind, wie die Verbraucherzentrale Hamburg kritisch anmerkt.
Irreführende Werbeversprechen und verbotene Substanzen
Manche Hersteller werben zwar mit der Aufschrift „PFOA-frei“ – dabei handelt es sich um eine PFAS-Verbindung, die in der Europäischen Union tatsächlich verboten ist. Allerdings wird in vielen Fällen einfach eine andere, ebenso schädliche Verbindung aus derselben Chemikaliengruppe verwendet. Selbst das eigentlich verbotene PFOA taucht immer wieder in verschiedenen Gegenständen auf, wie Untersuchungen zeigen. Besonders alarmierend: Selbst in Kinderkleidung wurden bereits Spuren dieser bedenklichen Substanzen nachgewiesen.
Praktische Tipps zur Vermeidung von PFAS im Alltag
Für Verbraucherinnen und Verbraucher gibt es jedoch konkrete Möglichkeiten, die Belastung mit Ewigkeitschemikalien zu reduzieren:
- Verzichten Sie auf mit Teflon beschichtetes Back- und Kochgeschirr. Als gesündere Alternativen bieten sich Pfannen aus Edelstahl oder Gusseisen an, ebenso wie Töpfe mit einer Quarz- oder Keramik-Versiegelung sowie Emaille-Geschirr.
- Benutzen Sie für die Schuhpflege keine herkömmlichen Imprägniersprays oder fragen Sie zumindest gezielt nach einem fluorfreien Mittel.
- Tragen Sie statt moderner Funktionskleidung geölte oder gewachste Kleidungsstücke, die ähnliche wasserabweisende Eigenschaften bieten.
- Meiden Sie Einwegverpackungen bei To-Go-Getränken und -Lebensmitteln, einschließlich der beliebten Pizzakartons, die häufig mit PFAS behandelt sind.
Auskunftsrecht und Verbraucherschutz
Wenn Sie sich bei einem Produkt, das Sie regelmäßig verwenden, unsicher sind, können Sie sich direkt an den Hersteller wenden und nachfragen. Einige PFAS-Verbindungen stehen inzwischen auf der Liste der besonders besorgniserregenden Schadstoffe. In diesem Fall ist der Hersteller verpflichtet, Auskunft zu geben, wenn mehr als 0,1 Gewichtsprozent (entsprechend einem Gramm pro 100 Kilogramm) davon im Produkt enthalten ist. Ein praktischer Tipp: Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet für solche Anfragen einen vorgefertigten Musterbrief an, der Verbrauchern die Kontaktaufnahme erleichtert.
Die wachsende Aufmerksamkeit für dieses Thema zeigt, dass Verbraucherschutz und Transparenz bei potenziell gesundheitsschädlichen Stoffen immer wichtiger werden. Durch bewusste Kaufentscheidungen und gezielte Nachfragen können Verbraucherinnen und Verbraucher Druck auf Hersteller ausüben, sicherere Alternativen zu entwickeln und mehr Informationen bereitzustellen.



