Bundesregierung will Moorflächen mit Milliardenförderung fast verdoppeln
Moorflächen sollen mit Förderung fast verdoppelt werden

Bundesregierung will Moorflächen mit Milliardenförderung fast verdoppeln

Das Bundesumweltministerium unter Minister Carsten Schneider (SPD) hat ein ambitioniertes Förderprogramm für Moorböden in Deutschland angekündigt. Mit staatlicher Unterstützung soll die Fläche intakter Moore nahezu verdoppelt werden, um einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Moore als natürliche Klimaschützer

Intakte Moorböden besitzen eine herausragende Fähigkeit zur Speicherung schädlicher Treibhausgase und tragen somit wesentlich zum Klimaschutz bei. Zusätzlich wirken sie ausgleichend auf den Wasserhaushalt und bieten wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Minister Schneider betonte: „Mit diesem Angebot können wir den Moor-Regionen in Deutschland und vor allem den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben eine echte Zukunftsperspektive geben.“

Umfangreiche Finanzmittel für nachhaltige Nutzung

Die Bundesregierung stellt bis Ende 2029 rund 1,75 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit, die bereits von der EU-Kommission genehmigt wurden. Diese Mittel sollen in folgende Bereiche fließen:

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  • Wiedervernässung von trockengelegten Moorflächen
  • Ausgleich von Wertverlusten bei Eigentum und Nutzung
  • Aufbau neuer Wertschöpfungsketten für Produkte aus Moorpflanzen

Förderfähig sind sowohl eine schonende Bewirtschaftung als auch die vollständige Stilllegung von Flächen. Durch die sogenannte „nasse Landwirtschaft“ kann das Wasser in der Fläche gehalten werden, ohne dass die wirtschaftliche Nutzung aufgegeben werden muss.

Konkrete Ziele und Antragstellung

Derzeit sind in Deutschland mehr als 90 Prozent der ursprünglichen Moorböden trockengelegt. Nur noch etwa 100.000 Hektar befinden sich in nassem Zustand. Durch das neue Förderprogramm sollen zusätzliche 90.000 Hektar hinzukommen, was einer nahezu Verdopplung der intakten Moorflächen entspricht.

Antragsberechtigt sind Eigentümer, Bewirtschafter und Verbände. Die geförderten Moorpflanzen können beispielsweise für die Herstellung von Fasern für Papier, Kartons oder Baumaterialien genutzt werden, wodurch neue wirtschaftliche Perspektiven entstehen.

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