Waldverein Schildfeld: Erfolgreiche Gemeinschaft privater Waldbesitzer
Im beschaulichen Tessin bei Boizenburg hat sich der Waldverein Schildfeld als eine bedeutende Forstbetriebsgemeinschaft etabliert. Bei der jüngsten Jahresversammlung kamen rund 50 engagierte Mitglieder zusammen, um über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen zu diskutieren. Frisch gefällte Kiefernstämme in den umliegenden Waldgebieten zeugen von der regen forstwirtschaftlichen Tätigkeit.
Vom kleinen Zusammenschluss zur starken Gemeinschaft
Der Verein, der als freiwilliger Zusammenschluss von privaten Waldbesitzern und Kommunen fungiert, hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. „Wir starteten im Jahr 2003 mit lediglich zwölf Mitgliedern und einer Gesamtfläche von 2300 Hektar“, erinnert sich der Vorsitzende Gustav-Adolf Engelien aus Brahlstorf. Heute zählt der Verein über 150 Mitglieder, die gemeinsam eine Fläche von etwa 6340 Hektar Wald bewirtschaften.
Diese beeindruckende Expansion wurde durch strategische Kooperationen ermöglicht. Der Waldverein hat sich der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Lüneburg angeschlossen, was den Mitgliedern zahlreiche Vorteile bietet:
- Zugang zu professionellem forstwirtschaftlichem Know-how
- Gemeinsame Anschaffung von Maschinen und Geräten
- Professionelle Holzvermarktung durch die Vereinigung
- Bessere Marktpositionierung durch größere verfügbare Holzmengen
Finanzielle Chancen und verpasste Gelegenheiten
Ein zentrales Thema der Versammlung war die aktuelle Marktlage. Engelien wies darauf hin, dass Waldbesitzer derzeit mit dem Holzverkauf erhebliche Gewinne erzielen können. Dennoch nutzen nicht alle Mitglieder diese lukrative Gelegenheit. Insbesondere Eigentümer kleinerer Waldparzellen verwenden ihr Holz häufig ausschließlich für den Eigenbedarf.
Die forstliche Bewirtschaftung unterliegt dabei strengen Vorgaben, an die sich alle Waldbesitzer halten müssen. Fachlich werden die meisten Waldflächen von den örtlich zuständigen Forstämtern Schildfeld und Radelübbe betreut. „Die endgültige Entscheidung über forstliche Maßnahmen liegt zwar beim Eigentümer, aber es gibt viele Faktoren, die man nicht unbedingt kennen kann“, erklärt Engelien die komplexe Situation.
Die große Herausforderung: Anpassung an den Klimawandel
Ein Höhepunkt der Versammlung war der Vortrag von Manfred Baum, Vorstand der Landesforstanstalt. Er informierte die Waldbesitzer über die dringendsten forstwirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Anpassung der Wälder an veränderte klimatische Bedingungen steht dabei im Mittelpunkt.
„Experten prognostizieren eine Erderwärmung von mindestens 1,5 Grad bis hin zu möglichen 6 Grad bis zum Jahr 2100“, verdeutlichte Baum die dramatische Entwicklung. Diese Prognose hat direkte Konsequenzen für die Forstwirtschaft: Es müssen Baumarten gepflanzt werden, die erhöhte Temperaturen und längere Trockenperioden tolerieren können.
Private Waldbesitzer sind zur Wiederaufforstung verpflichtet, wenn Holz geerntet wurde oder durch Stürme und Schädlingsbefall verloren ging. Diese Verpflichtung ergibt sich aus der dreifachen Sozialbindung des Waldes:
- Nutzfunktion: Wirtschaftlicher Ertrag durch Holzproduktion
- Schutzfunktion: Bedeutung für Umwelt und Klima
- Erholungsfunktion: Beitrag zur Erholung der Bevölkerung
Die richtige Baumwahl wird somit zur entscheidenden Weichenstellung für die Zukunft der Wälder in der Region. Der Waldverein Schildfeld zeigt mit seiner erfolgreichen Gemeinschaftsarbeit, wie private Waldbesitzer gemeinsam diese Herausforderungen meistern können – wirtschaftlich erfolgreich und ökologisch verantwortungsbewusst.



