Holzeinschlag im Templiner Stadtforst mit moderner Spezialtechnik gestartet
Im Templiner Stadtforst hat die diesjährige Holzernte begonnen. Die Arbeiten konzentrieren sich aktuell auf das Revier Buchheide, wo für etwa zwei Monate ein moderner Spezial-Harvester zum Einsatz kommt. Christian Hierdeis, leitender Revierförster für den Templiner Stadtforst, erklärt die Besonderheiten dieser Methode.
Verspäteter Start durch Technik-Wartezeit
„Wir konnten mit den Arbeiten in diesem Jahr erst verspätet beginnen, weil wir auf die dafür notwendige Technik warten mussten“, so Hierdeis. Für das gesamte Jahr 2026 ist geplant, mit dieser Spezialtechnik allein 12.000 Festmeter in allen Revieren des Stadtforstes zu ernten. Insgesamt sollen 20.000 Festmeter geschlagen werden.
Besonders bemerkenswert ist die Beteiligung von Schülern der Werkstufe der Waldhofschule. Unter Anleitung von Schulförster Joachim Lange haben sie bei der Vorbereitung des Einschlags geholfen und sind auch während der Arbeiten vor Ort. Die Stadt Templin hatte bereits 2007 etwa 730 Hektar ihres Forstes an die Waldhofschule der Stephanus-Stiftung verpachtet und zur professionellen Bewirtschaftung anvertraut.
Waldschonende Arbeitsweise des Harvesters
Wie Christian Hierdeis erläutert, geht der Holzeinschlag durch den Spezial-Harvester deutlich schonender vonstatten. „Die Maschine ist mit einem Baumhalter ausgestattet. Nachdem der Stamm abgeschnitten ist, wird der alte Baum herausgehoben und auf die Rückegasse geworfen. Erst dort wird er aufgearbeitet.“ Diese Methode schützt jüngere Bäume und sorgt für eine gleichbleibend gute Qualität des Waldes auch nach dem Holzeinschlag.
Regionale Vermarktung und klimatische Herausforderungen
Das geschlagene Holz wird anschließend regional vermarktet. Die Robeta Holz OHG in Milmersdorf hat die Ausschreibung für diesen Auftrag gewonnen und ein Subunternehmen übernimmt den Holzeinschlag. Hierdeis betont die Bedeutung dieser regionalen Wertschöpfungskette.
Die frostigen Temperaturen dieses Winters stellen aus Sicht des Fachmanns kein besonderes Problem dar. „Eigentlich war das ein normaler Winter. Die Bäume sind sehr angepasst.“ Sorgen bereiten ihm jedoch die Niederschlagsmengen: „Es hat leider nicht so viel geregnet, wie es für die Bäume notwendig gewesen wäre. Die Niederschläge im Frühjahr in der Region sind seit einiger Zeit rückläufig.“
Vorsichtsmaßnahmen für Spaziergänger
Spaziergänger in der Buchheide werden gebeten, sich während des Holzeinschlags besonders vorsichtig zu verhalten. Sie sollten auf den Wegen bleiben und die Absperrungen beachten – auch nach Abschluss der Arbeiten. „Es kann immer mal passieren, dass ein Ast in der Krone eines anderen Baumes hängengeblieben ist“, warnt der leitende Stadtförster.
Die Kombination aus moderner Technik, pädagogischer Einbindung von Schülern und regionaler Vermarktung macht diesen Holzeinschlag zu einem beispielhaften Projekt für nachhaltige Forstwirtschaft in der Uckermark.



