Störche mieden Nest bei Blankensee: Jetzt ist klar, warum
Störche mieden Nest bei Blankensee – Grund gefunden

Seit einigen Jahren mieden Störche das Nest an der Straße in Blankensee. Einwohner sind der Sache auf den Grund gegangen und beseitigten mit Unterstützung anderer Tierfreunde den Missstand.

Bei einem Spaziergang übers Feld bei Blankensee ist Bernfried Adam ein Storch bei einem Landeanflug auf das alte Storchennest von Blankensee aufgefallen. Ehe Adebar seine Beine aufsetzen konnte, zog er sie wieder an, machte einen Schwenk und drehte unverrichteter Dinge ab.

Der Spaziergänger, dem ein Grundstück gleich neben dem Storchennest gehört, wunderte sich und wollte der Sache auf den Grund gehen. Mit einer Spielzeugdrohne schaute er nach, was dort in luftiger Höhe auf dem Storchenmast los ist. Danach war er nicht mehr überrascht, dass der Storch keine Lust hatte zu landen: Das Nest schien komplett verlandet zu sein und ähnelte mehr einem spitzen Erdhügel als einem Nest.

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Adams Nachbarin, Irmi Grünsteidl, verstand nun, warum sich in den vergangenen Jahren maximal noch Übernachtungsgäste auf dem Storchennest gezeigt hatten. „Früher konnte ich beim Melken meiner Ziegen Störche gucken“, sagt sie. „Sie brüteten auch fast jedes Jahr. Jetzt weiß ich, warum das aufgehört hat und kein Storch mehr sesshaft wurde.“

Ein Anruf beim Storchenbeauftragten Norbert Bukowsky genügte. Nachdem er die Drohnenfotos gesehen hatte, schickte er schon am nächsten Tag Hilfe vorbei. Drei Mitarbeiter der Firma Elektro Thomas aus Groß Dölln waren mit zwei Lkw und Hubtechnik zur Stelle und trugen das alte Nestmaterial ab. Die Firma hat schon so manches Mal geholfen, Horste zu bauen oder zu reparieren. „Wenn der Storch schon um das Nest kreist, dann besteht ja wohl Dringlichkeit, da können wir nicht lange warten“, sagt Torsten Voge, der mit seinen Kollegen an diesem Tag ehrenamtlich im Einsatz war. „Wir machen das schon seit Jahren, da fühlen wir uns auch mitverantwortlich“, so Thomas Voge. „Wir wollen der Natur etwas zurückgeben.“ Und auch die Chefin unterstütze das.

„Ansonsten werden solche Aktionen regelmäßig durch die Edis über einen Kooperationsvertrag begleitet“, berichtet Norbert Bukowsky vom NABU-Ortsverband Templin. „Wir hoffen, die Störche sind zufrieden, nehmen das Nest an und wir können künftig wieder brütende Störche beobachten“, sagt die Blankenseerin Irmi Grünsteidl.

„Das Storchennest an der Straße bei Blankensee war seit 2011 regelmäßig besetzt“, bestätigt Wolf-Hasso Seybold, ebenfalls Storchenbeauftragter beim NABU Templin. Er führt die Statistik. Ab 2017 haben in dem Nest Störche nur noch sporadisch gebrütet. Seit zwei, drei Jahren habe es dort kein Brutpaar mehr gegeben, bedauert Wolf-Hasso Seybold.

Den Storchenbeauftragten freut die Nachricht von der Hausputz-Aktion für Adebar. In diesem Frühjahr seien bislang nur 19 Horste von insgesamt 36 im Altkreis Templin besetzt gemeldet worden. Aber es bestehen noch Chancen. Bis Ende April treffen Störche ein und können auch dann noch beginnen zu brüten. Da kam die Nest-Renovierung in Blankensee gerade noch zur rechten Zeit.

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