Tödlicher Baumunfall bei Ostereiersuche im Wald
Bei einer Ostereiersuche im Wald von Strupholm bei Flensburg sind drei Menschen ums Leben gekommen, nachdem ein Baum auf sie gestürzt war. Die Opfer sind eine 21-jährige Frau, ihr zehn Monate altes Baby und eine 16-jährige Teenagerin. Die tragischen Ereignisse ereigneten sich am Ostersonntag, als die Gruppe trotz starker Windböen von bis zu 90 km/h im Wald unterwegs war.
Baum war bereits zur Fällung markiert
Nach Informationen von BILD war der umgestürzte Baum bereits mit roter Markierung versehen und für die Fällung im kommenden Herbst vorgesehen. Es handelte sich um eine Esche in einem typischen Laubwald mit älteren Beständen aus Buchen und Eschen. Forstmitarbeiter bestätigten, dass rot markierte Bäume im Wald generell zur Entfernung bestimmt sind.
Diplom-Forstwirt Dr. Chris Freise, Schleswig-Holsteins Chef-Förster und Verantwortlicher für den Unglückswald, äußerte sich bestürzt: „Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Wir sind darüber bestürzt, was geschehen ist.“ Ein dreiköpfiges Team der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) hatte sich bereits am Sonntagnachmittag vor Ort einen ersten Eindruck verschafft.
Waldgefahren bei starkem Wind
Dr. Freise wies auf die besonderen Gefahren in Wäldern hin: „Eine solche Esche kann im Wald vor allem bei starkem Wind eine Gefahr darstellen.“ In vielen Waldgebieten gebe es sogenanntes Totholz in den Baumkronen, das bei Stürmen herabfallen könne. Sein dringender Appell lautete: „Meiden Sie Osterspaziergänge bei entsprechenden Wetterlagen.“
Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit den genauen Ablauf der Tragödie. Klar ist jedoch, dass Wälder als Naturräume Gefahren bergen, die sich nicht vollständig kontrollieren lassen. Die Untersuchung der genauen Unfallursache läuft Schritt für Schritt.
Träger der Einrichtung äußert sich
Die Gruppe gehörte zur Einrichtung „SterniPark“. Nachbarn und Anlieger hatten die Frage aufgeworfen, warum eine so große Gruppe mit Müttern und Kindern bei den stürmischen Bedingungen zum Ostereiersuchen in den Wald gegangen war. Leila Moysich, eine der Geschäftsführerinnen, teilte auf BILD-Anfrage mit: „Die Bewohner, Kinder, Jugendlichen, Angehörigen und Mitarbeitenden brauchen jetzt Zeit, das furchtbare Unglück zu verarbeiten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen können.“
Die tragischen Ereignisse werfen Fragen zur Wald-Sicherheit und zur Risikobewertung bei Freizeitaktivitäten in Naturgebieten auf. Während die Ermittlungen weiterlaufen, bleibt die Trauer in der betroffenen Gemeinschaft groß.



