Feuerwehr und THW im Dauereinsatz: 33 Einsätze an einem Tag durch Schneeschmelze und Regen
33 Feuerwehreinsätze an einem Tag durch Schneeschmelze

Feuerwehr und THW im Dauereinsatz: 33 Einsätze an einem Tag durch Schneeschmelze und Regen

Die steigenden Temperaturen und anhaltende Regenfälle haben in der Region Demmin zu massiven Überflutungen geführt. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) sind seit Tagen im Dauereinsatz, um die Wassermassen zu bekämpfen. Amtswehrführer Thomas Gebel beschreibt die Situation mit den Worten: „Wasser überall“ – ein Zustand, der durch die Kombination von Schneeschmelze und gefrorenem Boden entstanden ist, der kein Wasser aufnehmen kann.

Einsatzkräfte rund um die Uhr im Einsatz

Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller beschäftigen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren sowie das THW. Bis Sonntagabend wurden allein 33 Einsatzstellen gemeldet, davon vier außerhalb im Bereich Loitz. Auf der Bundesstraße B110 zwischen Demmin und Jarmen kam es sogar zu einer Vollsperrung, nachdem die Fahrbahn unter Wasser stand und ein Unfall geschah.

In Demmin selbst hatten die Einsatzkräfte vergleichsweise Glück, wie Wehrführer Felix Schliwa erklärt. Neben einem Keller an der Adolf-Pompe-Straße, der ausgepumpt werden musste, unterstützten die Demminer Kameraden über 16 Stunden lang einen umfangreichen Einsatz in Nielitz. Dort halfen auch die Feuerwehren aus Siedenbrünzow und Sanzkow.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ückeritz als Einsatzschwerpunkt

Ein besonderer Schwerpunkt der Einsätze lag in Ückeritz. Dort rief Anwohner Wilfried Anders die Kletziner Feuerwehr zu Hilfe, als sein Grundstück einem kleinen See glich. „Mein Grundstück droht abzusaufen“, beschrieb er die bedrohliche Situation. Gemeinsam mit der Pensiner Feuerwehr pumpten die Kameraden das von einem angrenzenden Acker herabströmende Wasser ab.

Wehrführer Mirko Kohls von der Kletziner Feuerwehr berichtet: „Das ist bereits unser sechster Einsatz an diesem Wochenende. Parallel zu diesem Einsatz sind fünf unserer Kameraden bei einem Ückeritzer Ausbau tätig, um auch dort Wasser abzupumpen.“ Zuvor hatten die Kletziner bereits die Kameraden aus Pentz/Gnevezow in Wolkwitz und die Loitzer Feuerwehr unterstützt.

Die Pensiner Feuerwehr verzeichnete bereits mehr Einsätze als im gesamten Vorjahr 2025. Wehrführer Clemens Kasch merkte besorgt an: „Überall auf den Feldern steht das Wasser.“ Trotz der Herausforderungen betonte Kohls: „Wir sind für unsere Mitmenschen da und helfen nach besten Kräften.“

Feuerwehr ist Ehrenamt

Die Einsätze erforderten höchsten Einsatz. In Ückeritz mussten lange Schlauchstrecken verlegt werden, um die Wassermassen abpumpen zu können. Feuerwehrmann Dietger Wille stand bis zur Hüfte im eisigen Wasser und überwachte die Pumpe. Alle Kameraden arbeiteten trotz der schwierigen Bedingungen hochkonzentriert.

Besonders bemerkenswert ist, dass alle Einsatzkräfte im Berufsleben stehen und ihr Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich leisten. Dennoch rücken sie bei jedem Alarm aus, um den Betroffenen zu helfen – eine wahre Ehrensache.

Die Nossendorfer Feuerwehr etwa absolvierte zwei harte Tage mit fünf Einsätzen in Toitz allein am Sonntag. Neun Kameraden waren stundenlang mit Abpumparbeiten beschäftigt, mit nur einer zweistündigen Ruhepause in der Nacht. Am Montagmorgen wurden sie erneut alarmiert, diesmal im Medrower Heuweg bei der Familie Ohde.

Cindy Ohde erzählt: „Ich habe Angst gehabt, das Wasser kam schon durch die Wand.“ Ehemann Dirk Ohde bedankte sich ausdrücklich bei der Feuerwehr: „Durch ihre schnelle Einsatzbereitschaft konnten schlimme Schäden verhindert werden, denn das Wasser lief bereits in den Keller.“

Designierter Wehrführer Mathias Wendt resümiert: „Wir hatten eine Pumpe im Einsatz und haben bei den Einsätzen in Toitz und Medrow 120 Liter Benzin verbraucht. Der Einsatz im Medrower Heuweg zog sich über fünf Stunden hin.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Dauereinsatz auch für das THW

Neben den Feuerwehren sind auch sämtliche Einsatzkräfte des THW im Dauereinsatz. Stefanie Dubbert, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim THW-Ortsverband Demmin, berichtet: „Wir wurden am Sonnabend gegen 16 Uhr alarmiert und haben dann die Freiwillige Feuerwehr Kruckow-Schmarsow in Kartlow unterstützt. Dort waren wir die ganze Nacht und sind dann gleich weiter nach Nielitz gefahren.“ In Nielitz ist die Großpumpe „Hannibal“ noch immer im Einsatz.

Vom Sonntag- bis Montagvormittag half eine weitere Gruppe aus Demmin in Remplin der Malchiner Feuerwehr. An der B110 pumpte derweil der Ortsverband Mölln; diese Einsatzkräfte fuhren dann am Montagnachmittag weiter nach Ganschendorf, wo die Freiwillige Feuerwehr Sarow Unterstützung angefordert hatte.

Dubbert erklärt: „Sämtliche Ortsverbände des THW im Landesverband sind derzeit aktiviert. Die Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen sind in der gesamten Region unterwegs.“ Angesichts der aktuellen Wetterlage werden die Einsatzkräfte wohl auch weiterhin gut zu tun haben. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht, solange Schneeschmelze und Regenfälle anhalten.