Im April ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Neuruppin jahreszeittypisch gesunken. Es gab Einstellungen im Handel, saisonbedingt zudem in Hotels und Gaststätten sowie im Baugewerbe, wie die Arbeitsagentur Neuruppin mitteilte. In anderen Branchen sei die Situation etwas gedämpfter. Insgesamt fällt der Rückgang der Arbeitslosigkeit somit verhaltener aus als im Frühjahr üblich.
Gedämpfter Aufschwung am Arbeitsmarkt
„Wir verzeichnen wenig Dynamik am Arbeitsmarkt sowie eine zurückhaltende Nachfrage nach Arbeits- und Fachkräften“, erläutert Beate Kostka, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Neuruppin. „Das heißt, eine spürbare Frühjahrsbelebung bleibt weiter aus. Der Gegenwind aufgrund der schwachen Konjunktur und merklich gestiegener Energiepreise durch globale Spannungen ist einfach zu stark.“
So waren im Landkreis Prignitz im April insgesamt 3198 Personen arbeitslos gemeldet, 57 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,5 Prozent und damit geringfügig unter dem Wert für März. Im gesamten Agenturbezirk Neuruppin, zu dem auch die Landkreise Ostprignitz-Ruppin, Havelland und Oberhavel gehören, hat die Prignitz damit weiterhin die rote Laterne. In den anderen Regionen lag die Quote zwischen 5,5 und rund sieben Prozent. Im gesamten Agenturbezirk waren 19.797 Menschen arbeitslos gemeldet, 129 weniger als im März. Das entspricht einer Quote von 6,6 Prozent.
Weniger Arbeitslose als im Vorjahr
Eine erfreuliche Zahl konnte die Arbeitsagentur für den Landkreis Prignitz verkünden: Hier gab es 68 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat. Als einziger Landkreis im Agenturbezirk hat die Prignitz damit weniger Menschen ohne Arbeit als im Vorjahreszeitraum. Im April 2025 lag die Arbeitslosenquote bei 8,6 Prozent und damit geringfügig höher als in diesem Jahr.
Im vergangenen Monat meldeten sich laut Statistik in der Prignitz insgesamt 532 Personen neu arbeitslos. Davon kamen 163 Personen direkt aus der Erwerbstätigkeit. 587 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 178 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die meisten Arbeitslosen gehören nach wie vor zum Rechtskreis des Sozialgesetzbuchs (SGB) II, sind also vorwiegend Bürgergeldempfänger. Insgesamt 2191 Menschen wurden nach SGB II durch das Jobcenter betreut, 14 weniger als im März und 38 weniger als im Vorjahresmonat. Zum Rechtskreis des SGB III, also überwiegend Arbeitslosengeld, gehörten im April 1007 Personen, 43 weniger als im März und 30 weniger als im April 2025.
Hier werden Mitarbeiter gesucht
Auch die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen ist laut Arbeitsagentur im Landkreis Prignitz weiterhin auf einem hohen Niveau. Allein im Monat April betreute das Jobcenter Prignitz 1252 Menschen – rund 57 Prozent aller im SGB II registrierten Personen –, die mindestens ein Jahr und länger keiner Beschäftigung nachgingen.
Um diese Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen, nutzt das Jobcenter Prignitz nach eigenen Angaben das Förderinstrument der Sozialen Teilhabe nach SGB II. Für die Einstellung eines langzeitarbeitslosen Menschen, der mindestens zwei Jahre ohne Beschäftigung ist, bezuschusst das Jobcenter die Lohnkosten im ersten Jahr mit 75 Prozent des Arbeitgeber-Bruttos und im zweiten Jahr der Beschäftigung mit 50 Prozent des Arbeitgeber-Bruttos.
Doch die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeiter: 122 Stellen wurden im April für den Landkreis Prignitz neu gemeldet. Die meisten freien Stellen gibt es laut Arbeitsagentur aktuell im verarbeitenden Gewerbe, in der Arbeitnehmerüberlassung und im Handel. Aktuell befanden sich damit 960 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.



