Arbeitgeber-Chef Kampeter kritisiert 1000-Euro-Prämie: „Das macht man nicht“
Kampeter kritisiert 1000-Euro-Prämie als falsche Maßnahme

Arbeitgeberpräsident Kampeter attackiert Regierungsplan zur 1000-Euro-Prämie

Die Bundesregierung plant eine steuerfreie Prämie von 1000 Euro, die Arbeitgeber an ihre Beschäftigten zahlen können sollen. Damit will sie die Folgen der explodierenden Benzinpreise abfedern. Doch Arbeitgeberpräsident Steffen Kampeter (62, BDA) übt scharfe Kritik an diesem Vorhaben und bezeichnet es als falsch adressierte Maßnahme.

„Das macht man nicht, das gehört sich nicht“

Im Gespräch mit BILD stellt Kampeter klar: „Die wirtschaftliche Lage ist, dass vieles in den Unternehmen spitz auf Knopf gemacht wird. Wir haben eine Insolvenzwelle und viele Unternehmen können das einfach nicht leisten.“ Für ihn ist die geplante Prämie vor allem eines: eine Belastung für Unternehmen, die selbst unter massivem Druck stehen.

Kampeter kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (48, SPD) deutlich: „Da kommt die Bundesregierung an und sagt, sie will eine Entlastungsoffensive machen. Das Erste, was sie vorschlägt, ist eine Belastung der Unternehmen. Da haben die, glaube ich, Plus und Minus verwechselt.“ Sein drastischer Vergleich: „Man kann nicht eine Party bestellen und sie andere Leute zahlen lassen.“

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Erwartungen geweckt, viele werden leer ausgehen

Zwar ist die Prämie für Arbeitgeber freiwillig – doch allein die Ankündigung habe bereits Erwartungen geweckt. In vielen Betrieben sei sofort gefragt worden: Wann kommt das Geld? Kampeter wirft der Regierung vor, Erwartungen geschürt zu haben, „und die Erfüllung dieser Erwartung bei anderen abgeladen“.

Anders als bei der Inflationsausgleichsprämie der früheren Ampelregierung (bis zu 3000 Euro steuerfrei) seien Arbeitgeber dieses Mal nicht in die Entwicklung der Maßnahme eingebunden gewesen. Kampeter erwartet deshalb, dass diesmal deutlich weniger Beschäftigte von der Prämie profitieren werden. Im Jahr 2022 hatten mehr als 80 Prozent der Tarifbeschäftigten von der Prämie profitiert.

Fokus auf falschen Prioritäten

Für den Arbeitgeberpräsidenten liegt der Fokus grundsätzlich falsch: „Das Wichtigste und das Sozialste und Entlastendste ist Arbeitsplatzsicherheit.“ Statt Einmal-Prämien fordert er echte Entlastungen für Unternehmen:

  • Weniger Bürokratie
  • Niedrigere Energiepreise
  • Geringere Sozialabgaben

Vor allem Unternehmen, die wirtschaftlich gut dastehen, könnten sich die Zahlung der 1000-Euro-Prämie leisten. Für viele andere, die mit Insolvenzgefahren kämpfen, gelte das nicht. Kampeters Fazit bleibt eindeutig: Die Regierung habe mit diesem Vorschlag die falsche Adresse für Entlastungsmaßnahmen gewählt.

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