Lufthansa-Pilotenstreik legt Luftverkehr lahm – Hunderte Flüge gestrichen
Seit Mitternacht haben die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat zu einem 48-stündigen Streik bei der Deutschen Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline aufgerufen. Dieser Arbeitskampf soll bis Dienstag kurz vor Mitternacht andauern und führt bereits am ersten Tag zu erheblichen Beeinträchtigungen im Luftverkehr.
Massive Auswirkungen auf Drehkreuze und Regionalflughäfen
Von dem Ausstand sind hauptsächlich die großen Drehkreuze Frankfurt am Main und München betroffen. Die Gewerkschaft erwartet, dass im gesamten Bundesgebiet Hunderte Flüge pro Tag ausfallen werden. Doch auch kleinere Flughäfen spüren die Folgen des Arbeitskampfes, da sich die Streikwellen durch das gesamte Streckennetz der Airline ziehen.
Beim Ferienflieger Eurowings sind an diesem Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen. Die Airline ging jedoch am Sonntag davon aus, einen großen Teil ihres Flugprogramms aufrechterhalten zu können. Passagiere wurden aufgefordert, sich direkt bei ihrer Airline über den aktuellen Status ihrer Flüge zu informieren.
Vierter Arbeitskampf in diesem Jahr
Es handelt sich bereits um den vierten Arbeitskampf bei der Lufthansa in diesem Jahr. Erst kürzlich hatte ein Streik des Kabinenpersonals zu zahlreichen Flugausfällen bei Deutschlands größter Airline geführt. Die aktuelle Arbeitsniederlegung der Vereinigung Cockpit hat ihren Hintergrund in Tarifkonflikten über die betriebliche Altersversorgung und die Vergütung bei der Regionaltochter Cityline.
Der Tarifstreit über die betriebliche Altersvorsorge eskaliert damit bereits zum dritten Mal in diesem Jahr. Die Gewerkschaft zeigt sich entschlossen, ihre Forderungen durchzusetzen, während die Airline versucht, den Betrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten.
Ausnahmen für bestimmte Destinationen
Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu bestimmten Destinationen vom Streik ausgenommen. Dazu gehören unter anderem:
- Aserbaidschan
- Ägypten
- Israel
- Jordanien
- Katar
- Saudi-Arabien
- Vereinigte Arabische Emirate
Diese Ausnahmen gelten auch für weitere Länder der Region, um die Versorgung mit wichtigen Verbindungen aufrechtzuerhalten.
Rechte der betroffenen Passagiere
Passagiere, deren Flüge aufgrund des Streiks ausfallen, haben bestimmte Rechte. Dazu gehören in der Regel:
- Die Möglichkeit einer kostenlosen Umbuchung auf einen späteren Flug
- Bei längeren Verspätungen Anspruch auf Verpflegung und Unterkunft
- Unter bestimmten Umständen das Recht auf Erstattung des Ticketpreises
Betroffene Reisende sollten sich umgehend mit ihrer Airline in Verbindung setzen, um ihre individuellen Optionen zu klären. Die Situation bleibt angespannt, und weitere Entwicklungen sind in den kommenden Tagen zu erwarten.



