Playmobil schließt letztes deutsches Werk: Sozialplan für 350 Mitarbeiter vereinbart
Die Ära der deutschen Playmobil-Produktion geht zu Ende. Das Mutterunternehmen Horst-Brandstätter-Group hat bestätigt, dass das letzte verbliebene Werk im mittelfränkischen Dietenhofen zum 30. Juni geschlossen wird. Für die betroffenen 350 Beschäftigten wurde nun ein umfassender Sozialplan ausgehandelt.
Transfergesellschaft und Abfindungen für betroffene Mitarbeiter
Nach intensiven Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern hat sich das Unternehmen darauf geeinigt, eine Transfergesellschaft einzurichten. Diese soll den Mitarbeitern bei der beruflichen Neuorientierung helfen. Zusätzlich erhalten alle betroffenen Arbeitnehmer Abfindungszahlungen, wie die Horst-Brandstätter-Group mitteilte.
Die Produktion der bekannten Playmobil-Figuren wird künftig ausschließlich in ausländischen Werken fortgeführt, insbesondere in Malta und Tschechien. Damit endet eine Ära, die 1974 mit der ersten Playmobil-Produktion in Deutschland begann.
Schwierige Jahre für den Spielwarenhersteller
Die Entscheidung zur Werkschließung fällt in einer schwierigen Phase für das Unternehmen. In den vergangenen Jahren hat die Horst-Brandstätter-Group erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Innerhalb weniger Jahre verlor das Unternehmen ein Drittel seines Umsatzes, was auf die nachlassende Relevanz der Playmobil-Spielzeuge in Kinderzimmern zurückzuführen ist.
Firmenchef Bahri Kurter hatte auf der Spielwarenmesse im Januar noch von einer möglichen Trendwende gesprochen. Das Unternehmen plant für das Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada einen neuen Anlauf mit speziellen Fußballspieler-Figuren.
Auswirkungen auf die Region und Branche
Die Schließung des Dietenhofener Werks hat erhebliche Auswirkungen:
- 350 Arbeitsplätze gehen in der Region verloren
- Die deutsche Spielwarenindustrie verliert einen traditionsreichen Standort
- Die Produktion wandert komplett ins Ausland ab
- Die Transfergesellschaft soll den Übergang für Mitarbeiter erleichtern
Die Verhandlungen über den Sozialplan wurden nach Unternehmensangaben erfolgreich abgeschlossen. Damit ist zumindest die soziale Absicherung der betroffenen Mitarbeiter für die Übergangszeit gewährleistet, während das Unternehmen seine Produktion strategisch neu ausrichtet.



