Schluss mit den Essensbildern: Söder ändert seine Instagram-Strategie
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) war bekannt für seine kulinarischen Posts auf Instagram. Ob Spareribs, Bratwurst oder Döner – regelmäßig präsentierte er seine Mahlzeiten der Community. Doch damit ist nun Schluss. Seit Wochen herrscht Snack-Stille auf seinem Account. Der letzte klassische Biss-Moment war im März beim Kommunalwahlkampf, als er selbst am Grill stand.
Interne Kritik und schlechte Wahlergebnisse
Der Rückzug vom Food-Content kommt nicht von ungefähr. Im Interview mit dem Münchner Merkur erklärte Söder: „Aktuell verschärft sich die wirtschaftliche und außenpolitische Lage von Woche zu Woche – die Kommunikation muss sich dieser Lage anpassen.“ Zudem räumte er ein, dass es parteiintern Unmut gab: „Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse. Daher gibt es wirklich andere Themen.“ Die CSU hatte Anfang März ihr schlechtestes Kommunalwahlergebnis seit 1952 eingefahren. Mit 32,5 Prozent blieb sie zwar stärkste Kraft, verlor aber 1,9 Punkte. Besonders schmerzhaft: In vielen Orten setzten sich erstmals Kandidaten der Freien Wähler gegen CSU-Leute durch.
Die Erfolgsgeschichte von „söderisst“
Jahrelang postete Söder unter dem Hashtag „söderisst“ deftige Mahlzeiten – bevorzugt Fleisch, aber auch mal vegetarisch. Die Strategie war klar: Volksnähe durch Essen. Mit rund 800.000 Followern hat er mehr als doppelt so viele wie der Privataccount von Bundeskanzler Friedrich Merz. Söder betont, dass über 80 Prozent seiner Posts politisch waren und Essensbilder weniger als ein Prozent ausmachten. Dennoch prägten genau diese Aufnahmen sein Image – vom Döner bis zur Bratwurst. Die CSU ließ den „Söder Kebab“ sogar als Marke schützen.
Ein neuer Kurs für die Kommunikation
Söder will nun andere Schwerpunkte setzen. Die kulinarische Funkstille ist Teil einer Neuausrichtung. Ob er dauerhaft auf Food-Posts verzichtet, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Ministerpräsident hat erkannt, dass die Zeiten ernster sind und eine Anpassung der Kommunikation erfordern. Die Reaktionen in den sozialen Medien sind gemischt – viele Fans vermissen die unterhaltsamen Essensbilder, andere begrüßen den Schritt.



